Verkehr Machbarkeitsstudie zu Radschnellwegen

Schnell, bequem und sicher längere Strecken radeln - im Landkreis ist das noch Zukunftsmusik.

(Foto: Swen Pförtner/dpa)

Eine Route soll von Dachau über Karlsfeld nach München führen, doch zentrale Fragen sind nach wie vor offen

Von Viktoria Großmann, Dachau

Schon lange wird über Radschnellwege zwischen München und den umliegenden Kreisstädten nachgedacht, nun soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Mit ihr soll geklärt werden, wo ein Radweg zwischen Dachau und München genau verlaufen könnte. Klar ist bisher, dass Stadt und Landkreis das Projekt sehr positiv sehen und der Landkreis sich an der Studie auch beteiligen wird. Gesetzt ist auch, dass die Radwege ein weiteres radiales Verkehrswegenetz nach München spannen sollen. Der Weg zwischen München und Dachau soll also über Karlsfeld führen. Tangenten, etwa zwischen Haimhausen und Oberschleißheim, gehören nicht in diese Planung.

Das größte Pendlerpotenzial gebe es nun einmal entlang der S-Bahn-Linien, Bahnhöfe seien wichtige Ziele entlang der Radschnellwege, erklärt Florian Haas vom Landratsamt Dachau. Die Radschnellwege sollen eine echte Alternative zur S-Bahn und vor allem auch zum Auto bieten - zu jeder Tages- und Jahreszeit. Daher gelten für sie bestimmte Vorgaben. Die Wege müssen vier Meter breit und gut beleuchtet sein und sicheren Untergrund haben. Fußwege sind klar abgetrennt, an Kreuzungen erhalten die Radler Vorfahrt oder werden mittels Über- und Unterführungen vom Autoverkehr fern gehalten. Fahrradfahrer sollen eine Geschwindigkeit bis 30 Stundenkilometer erreichen können.

Bisher gibt es wenige Vorzeigeprojekte in Deutschland, etwa in Essen im Ruhrgebiet oder in Göttingen. Politprojekt für die Region München ist der Fahrradweg über Unterschleißheim nach Garching. Die Machbarkeitsstudie soll nun gesammelt für die Wege nach Dachau, Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Starnberg und Oberhaching ausgeschrieben werden. Außerdem plant die Landeshauptstadt auch einen Fahrradstraßenring zwischen den Stadtvierteln. An diesem Mittwoch sollen die Münchner Stadträte ihr Ja zu dem Auftrag erteilen. Aufgrund des Volumens muss es eine europaweite Ausschreibung geben. Das bedeutet, dass zumindest in der Vorbereitungsphase nichts schnell gehen wird. Florian Haas vom Landratsamt weist darauf hin, dass bisher auch ungeklärt sei, wer am Ende die Straßenbaulast trägt. Dazu gibt es für diese neue Art von Straßen noch keine eindeutigen Vorgaben. Im schon sehr zugebauten Münchner Umland ist die Planung auch eine Platzfrage. Werden überhaupt genügend Flächen, die verschiedenen Grundeigentümern gehören, verfügbar sein? Ein Problem zwischen Dachau und München könnte etwa der Güterbahnhof in Allach darstellen.

Wer derzeit zwischen München und Dachau mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann schon mal im Allacher Forst verloren gehen und muss sich darauf einstellen, immer wieder auf dicht befahrenen Straßen oder äußerst holprigen und löchrigen Radwegen fahren zu müssen. Verfahren könne man sich auf Radschnellwegen nicht, versichert Haas. Das Landratsamt ist zuversichtlich, dass der Radschnellweg irgendwann kommt und plant bereits die Anschlusswege ins Dachauer Hinterland. Das bestehende Radwegenetz im Landkreis auszubauen, ist ein Anliegen des Gesamtverkehrskonzepts des Landratsamtes. Am Samstag, 23. Juni, soll eine Tour durch den Landkreis zeigen, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Tour mit Landrat Stefan Löwl (CSU) steht allen offen und beginnt um 10 Uhr am Fahrradparkhaus am Bahnhof Dachau.