Sulzemoos Gefragtes Bauland

Sulzemoos hält trotz der Bedenken des Landratsamts an einem großen Neubaugebiet im Ortsteil Wiedenzhausen fest. Die Gemeinde will die Grundstücke im Einheimischenmodell anbieten.

Von Renate Zauscher

Blick auf den Kirchturm von St.Florian Wiedenzhausen.

(Foto: Toni Heigl)

Die Gemeinde bleibt bei ihren Plänen: Am "Ziegelberg", einem Neubaugebiet in Wiedenzhausen, sollen rund 40 Einzelhäuser und Doppelhaushälften entstehen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden die Stellungnahmen der Behörden zu dem Projekt behandelt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Bedenken des Landratsamtes Dachau, das auf die vielen in Wiedenzhausen vorhandenen Baulücken hinweist und vorrangig deren Bebauung empfiehlt.

Sulzemoos teilt diese Bedenken jedoch nicht. "Es nützt nichts, auf Baulücken hinzuweisen, die nicht zur Verfügung stehen", erklärte dazu Bürgermeister Gerhard Hainzinger (CSU) und empfahl, die Einwände des Landratsamtes zurückzuweisen. Die in Frage kommenden Grundstücke gehörten zum Großteil einer einzigen Familie und seien schon vor Jahrzehnten als Bauland ausgewiesen worden, sagte Bürgermeister Hainzinger. Die Nachfrage nach Bauland sei in Wiedenzhausen jedoch "unwahrscheinlich hoch", weshalb auch die 20 Bauplätze, die in dem geplanten Baugebiet im Rahmen eines Einheimischenmodells durch die Gemeinde angeboten werden sollen, mit Sicherheit "schnell weg sein werden". Hainzinger hat auch keine Bedenken, dass die Ausweisung eines großen Neubaugebiets in der Gemeinde zu strukturellen Problemen führen könnte. "Die nötige Infrastruktur ist vorhanden", sagte der Bürgermeister in der Sitzung, "es besteht keine Gefahr, dass wir überrollt werden".

Das neue Baugebiet ist am östlichen Ortsrand von Wiedenzhausen geplant, rund 1,5 Kilometer von der Ortschaft Sulzemoos und 600 Meter von der Autobahn A 8 München-Stuttgart entfernt. Es soll durch eine neue Straße erschlossen werden, die von der Kreisstraße Richtung Süden abzweigt und in etwa parallel zur Hochstraße verläuft. Das Neubaugebiet, das den Namen "Am Ziegelberg" erhalten soll, umfasst einschließlich der Verkehrs- und Grünflächen 2,1 Hektar. Wegen des starken Gefälles des Geländes nach Westen und Süden wird die Erschließung schwierig werden. Vor allem der Kanalbau im Trennsystem und mit großenteils doppelter Leitungsführung wird nach Einschätzung des Bürgermeisters teuer. Wegen der Nähe von Autobahn und Kreisstraße muss die Gemeinde ein Lärmgutachten erstellen lassen. Von dessen Ergebnissen wird abhängen, welche Lärmschutzmaßnahmen in die Festsetzungen des Bebauungsplans aufgenommen werden.

Die künftigen Bauherren werden große Freiheit bei der architektonischen Gestaltung ihres Hauses haben. Die Gemeinde will eine Vielfalt von Gebäudetypen zulassen. Auf eines aber legen Gerhard Hainzinger und sein Gemeinderat Wert: Es soll möglichst energiebewusst gebaut werden. Deshalb erhalten Bauherren, die sich im Rahmen des Einheimischenmodells für ein Niedrigenergie- oder Passivhaus entscheiden, bei entsprechendem Nachweis rückwirkend einen Abschlag auf den Kaufpreis. Auch für den Bau von Plus-Energiehäusern wird die Gemeinde entsprechende Abschläge anbieten.