Studieren mit dem Dachauer Forum Zusammenhänge erkennen

Auch im Alter kann man seinen Horizont noch erweitern: Gerd Modert, Historiker Kathrin Krückl, Petra Wetzstein und Studiengangleiterin Veronika Winkler stellen die neuen Themen im Seniorenstudium vor.

(Foto: oh)

Das Dachauer Forum bietet heuer wieder ein Seniorenstudium an. Schwerpunkt ist Geschichte, aber die Teilnehmer schauen sich auch Kunst an und unternehmen Ausflüge etwa nach Berlin und Schwetzingen

Man lernt nie aus. Deshalb will das Dachauer Forum jedem die Möglichkeit bieten, sich im Rahmen eines Seniorenstudiums weiterzubilden, die Perspektive zu wechseln und zu diskutieren. Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an ältere Menschen. Jeder, der Lust und Zeit hat - mit oder ohne Abitur - kann mitmachen. Drei Studiengänge stehen zur Auswahl: "Bayern und Europa", "Orte machen Geschichte" und "Historisch Ereignisse". Nachdem die Studiengänge zur Kulturgeschichte im Landkreis Dachau und zur Bayerischen Geschichte so gut ankamen, erweitert der neue Studiengang "Bayern und Europa" nun den Radius der Betrachtungen. Darin gehe es darum, aufzuzeigen, auf welche Weise Persönlichkeiten, Ereignisse und wechselseitige politische und kulturelle Einflüsse Bayern mit seinen europäischen Nachbarländern seit Jahrhunderten verbindet. Das Studium "Orte machen Geschichte" ist Teil eines neuen Konzepts. Ausgehend von einem bestimmten Ort wird Geschichte thematisiert. Im Mittelpunkt stehen städtische und institutionelle Zentren der Weltgeschichte, die im Laufe von Jahrtausenden zu historischen Schauplätzen wurden.

Zum ersten Mal angeboten wird der Studiengang "Historische Ereignisse". "Wie durch die Lupe schauend wird ein Ereignis erlebt, dass eine Vorgeschichte hat und eine enorme Wirkung nach sich zog", erklärt Gerd Modert, Fachreferent für Gedenkstättenarbeit des Dachauer Forums. Ganz unterschiedliche Ereignisse werden hierbei betrachtet, "nicht nur Katastrophen". Es gehe darum Geschichte einordnen zu können, Horizonte bewusst zu machen und damit gegen Abschottung zu wirken. Kein leichtes aber ein wichtiges Unterfangen in der heutigen politischen Diskussion. Gerd Modert wünscht sich, dass die Teilnehmer in einem breiteren Sinne verstehen, "wo wir leben und warum wir sind, wie wir sind".

Gelernt wird in angenehmer Atmosphäre. Ausgehend von der Gruppe wechselt die Unterrichtsform von Vortrag zu Gespräch, nach dem Motto: Austausch statt Input. Wer die Muße hat, bringt sich ein und wer nur zuhören mag, hört zu. Kursleiterin Petra Wetzstein schätzt vor allem, dass man durch das Studium einen Blick auf Zusammenhänge bekommen kann. Damit diese entstehen ist jedes Studium in vier Semester aufgeteilt. Dadurch sollen alle vier wichtigen Epochen abgedeckt werden: die Antike, die frühe Neuzeit, das 19. Jahrhundert und die Zeitgeschichte.

Die Studiengänge beginnen im September 2018 und enden im Juli 2020. Jeder Studiengang beinhaltet acht reguläre Veranstaltungen pro Semester. Der Seminarraum befindet sich im Hotel Central, in der Münchnerstraße 46 A. Der Zugang ist barrierefrei. Die Seminare finden mittwochs, donnerstags und freitags, jeweils von 9.30 bis 12 Uhr statt.

Zusätzlich werden drei weitere Seminare angeboten, in denen ausgewählte Themen ausführlich behandelt werden können. Ein sechsteiliges Seminar widmet sich der Weimarer Republik, insbesondere der Kunst und Geschichte in den 20er Jahren. Geschichte hautnah erfahren steht hier ganz oben auf der Agenda: Die Teilnehmer sind zu einer Exkursion nach Berlin eingeladen. Im Rahmen eines vierteiligen Seminars zur Geschichte der Wittelsbacher ist ein Ausflug nach Schwetzingen geplant.

Das dritte Seminar zum Thema Zeitenwende, auch vierteilig, befasst sich mit dem Ereignis der Geburt Jesu Christi und seiner Wirkung auf die Geschichte. Eine Exkursion ist hier leider nicht möglich. Jerusalem sei dann doch ein bisschen zu weit weg, sagt Veronika Winkler, Studienleiterin des Dachauer Forums, mit einem Augenzwinkern. Ihr ist das Seniorenstudium ein besonders großes Anliegen, schließlich sei es "ihr Baby".

Geschäftsführerin Annerose Stanglmayr betont, dass momentan ein guter Zeitpunkt für eine Anmeldung sei. In allen Kursen sind noch Plätze frei. Die Gebühr beträgt bei Buchung eines gesamten Studiengangs 220 € pro Semester. Das ist viel Geld. Doch auch für nicht so Finanzkräftige gibt es die Möglichkeit teilzunehmen. In jedem Kurs wird ein Platz vom Verein finanziell unterstützt.

Weitere Informationen über die Kurse und zur Anmeldung finden sich im Internet unter www.dachauer-forum.de und unter der Telefonnummer 08131/996880.