Studienpreis  Comité International zeichnet Historiker aus

Für seine Dissertation "Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum: Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche" wird der Leipziger Historiker Martin Clemens Winter mit dem Studienpreis des Comité International de Dachau ausgezeichnet. Winter ist der erste Träger des 2017 geschaffenen Studienpreises, der im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager, insbesondere im KZ Dachau, gestiftet wurde, um herausragende Forschungen über die NS-Verfolgungspolitik und deren Aufarbeitung zu würdigen. Der Preis, der in mehreren Stufen vergeben werden kann und alle zwei Jahre verliehen wird, ist mit insgesamt 6000 Euro dotiert. Die Auswahl trifft eine international besetzte Jury unter Vorsitz von Sybille Steinbacher, der Leiterin des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts.

Die 2016 an der Universität Leipzig angenommene Doktorarbeit von Martin Clemens Winter analysiert die Konfrontation des ländlichen Raums mit den Todesmärschen, aber auch die Strafverfolgung und den Niederschlag der Geschehnisse nach dem Krieg. Die Jury zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen der Arbeit, die sich durch eine kluge Anlage, eine souveräne Handhabung aktueller methodischer Ansätze und einen klaren, verständlichen Stil auszeichnet. Die Laudatio bei der Preisverleihung hält Jury-Mitglied Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Der Preisträger wird einige zentrale Ergebnisse seiner Studie vorstellen. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Die Preisverleihung findet am Samstag, 17. März, um 17 Uhr im Auditorium des NS-Dokumentationszentrums, Max-Mannheimer-Platz 1 in München statt.