Satdt Dachau Eschensterben am Ascherbach

Wegen Pilzbefalls muss die Stadtgärtnerei insgesamt 38 Bäume aus Sicherheitsgründen fällen.

Von Walter Gierlich

Die als Naturdenkmal geschützte Eschenallee an der alten Münchner Straße in der Nachbargemeinde Karlsfeld hat es im vergangenen Jahr schon erwischt. Nun hat das Eschensterben in großem Umfang auch Dachau erreicht. Der Umweltausschuss des Stadtrats musste zur Kenntnis nehmen, dass 30 Bäume am Ascherbach und acht am Pollnbach von einer Schlauchpilzart namens Chalara fraxinea befallen sind, die das sogenannte Eschentriebsterben auslöst. Die insgesamt 38 großenteils abgestorbenen Bäume müssen daher aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden.

Weil sie von einem Pilz befallen sind, altern die Eschentriebe schneller und sterben ab. Eine Rettung für die Bäume gibt es nicht.

(Foto: DAH)

Stadtgärtnereichef Gerold Eisele berichtete im Umweltausschuss, dass der Pilzbefall der Eschen "in Dachau sehr intensiv" sei. Er lasse die Triebe der Bäume schneller altern und absterben. Bisher gebe es kein Mittel gegen die Pilzkrankheit, die bayernweit die Bestände der Baumart bedrohe. Die befallenen Eschen können nicht gerettet werden. Die einzige Hoffnung sei, dass einzelne Exemplare der Art den Befall überleben, aus denen sich resistente Bäume züchten lassen.

Die 30 betroffenen Eschen, die auf einer Länge von 620 Meter entlang dem Ascherbach am Ascherbachweg und an der Carl-Olaf-Petersen-Straße stehen, sowie die acht Bäume am Pollnbachufer entlang der rund 960 Meter langen Pollnstraße zeigen laut Stadtgärtnerei starke Totholzbildung, abgestorbene Kronenpartien und zum Teil ganz abgestorbene Kronen." Daher sei die Verkehrssicherheit in diesen Bereichen nicht mehr gewährleistet, so dass die Bäume in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt gefällt werden müssten, legten die Stadtgärtner weiter dar. Auch die gefällten Bäume erfüllen noch einen Zweck: Das Holz der Eschen werde zu Hackschnitzeln verarbeitet und dann am städtischen Bauhof in der Biomasseheizung verfeuert.

Die Eschen sind nur die jüngste Baumart im südbayerischen Raum, die durch eine Krankheit gefährdet ist. Ulmen, Eichen, Buchen und Roterlen kränkeln schon länger. Und auch die Kastanien sind durch die Miniermotte bedroht, die allerdings nach Mitteilung Eiseles "nicht bestandsgefährdend" ist. Um den Schädlingen an den Kastanien beizukommen, arbeitet die Stadtgärtnerei mit Hormonfallen. "Der Aufwand ist groß, doch einen durchschlagenden Erfolg habe ich noch nicht gesehen", sagte Eisele im Umweltausschuss.

Gerade weil durch Krankheiten immer wieder ganze Baumarten bedroht seien, achte man in Dachau darauf, "dass wir einen Artenreichtum in der Stadt vorhalten, damit wir eine gewisse Bestandssicherheit haben", erläuterte Eisele weiter. Denn eines mochte er nicht ausschließen: "Dass es am Ascherbach einen Totalausfall gibt." Doch Umweltreferentin Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) sah noch eine weitere Gefahr: "Auch in der Altstadt gibt es große alte Eschen. Das kann übel werden."