S-Bahn Linie A wird termingerecht ausgebaut

Nach dem Vorstoß der CSU-Bundestagsabgeordneten Hasselfeldt hat sich ein kleiner Verkehrsgipfel mit Bundesminister Raumsauer und Vertretern aus Dachau auf ein neues Konzept geeinigt.

Von Wolfgang Eitler

- Der Durchbruch ist geschafft. Der Ausbau der Linie A von München über Dachau nach Altomünster zur zweiten elektrifizierten S-Bahn des Landkreises neben der S 2 Petershausen wird noch im Sommer 2013 beginnen. Damit dürfte der mit dem Bund und der Deutschen Bahn AG vereinbarte Termin der Fertigstellung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 einzuhalten sein. Mit diesem Ergebnis endete am Donnerstagnachmittag ein kleiner Verkehrsgipfel in Berlin, den die CSU-Bundestagsabgeordnete und Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) organisiert hatte. An ihm nahmen von Dachauer Seite Landrat Hansjörg Christmann (CSU), Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath (CSU) und Konrad Wagner (Freie Wähler) aus Altomünster als Sprecher der Dachauer Bürgermeister teil.

Kurz nach der Einigung meldete sich der CSU-Kreisvorsitzende Seidenath aus Berlin am Telefon, um die für den Landkreis wichtige Nachricht zu verkünden. Demnach wird das Eisenbahnbundesamt das Genehmigungsverfahren für den Ausbau noch bis Ende Januar 2013 abschließen. Ursprünglich war der Dezember 2012 anvisiert. Das 50-Millionen-Euro-Projekt könnte also mit einer einmonatigen Verspätung ausgeschrieben werden.

Um zu garantieren, dass zügig gebaut wird, haben sich die kommunalen Vertreter des Landkreises in dem Berliner Gespräch bereit erklärt, einen Schienenersatzverkehr während der Bauzeit einzurichten. Nach den bisherigen Plänen sollte die teils neue Trasse nur in den großen Sommerferien 2013 und 2014 errichtet werden. Landrat Christmann schlug in Berlin vor, die Linie A möglichst in einem Zug auszubauen, um Verzögerungen vorzubeugen. Diesen Vorschlag hat das Eisenbahnbundesamt angenommen.

Das hatte in den vergangenen Wochen eine eher unselig zu nennende Rolle gespielt. Auf der Kreisdelegiertenversammlung der CSU Ende September hatte CSU-Landesgruppenchefin Hasselfeldt von einem Gespräch mit dem Präsidenten Gerald Hörster berichtet, wonach wegen Personalmangels nicht daran zu denken sei, dass die Genehmigung für das Bauvorhaben noch im Jahr 2012 erfolgen könne. Hörster verwies dabei auf die ebenfalls wichtige Forderung aus Oberbayern, endlich die Zugverbindung zwischen München und Burghausen zu beschleunigen. Wie Gerda Hasselfeldt damals darlegte, war sie noch im April dieses Jahres nach einem Treffen mit Vertretern der Deutschen Bahn AG davon ausgegangen, dass das Genehmigungsverfahren des Eisenbahnbundesamts im September 2012 mit einem positiven Bescheid beendet würde. Immerhin gilt die Linie A als wichtiger Bestandteil des gesamten Öffentlichen Nahverkehrs.

Dann hatte es plötzlich geheißen, dass der Termin auf Mitte 2013 verschoben werden sollte. Und selbst der wurde nicht verbindlich zugesagt. Plötzlich war fraglich, ob der Ausbau überhaupt noch angestrebt wird. Daraufhin kam es zu dem kleinen Verkehrsgipfel am Donnerstagnachmittag in Berlin. Der CSU-Landtagsabgeordnete Seidenath bezeichnete ihn als "höchstrangig". Der Präsident des Eisenbahnbundesamts war ebenso zugegen wie ein Vertreter des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Auf die Frage, wie die Dachauer Teilnehmer das Ergebnis einschätzen, sagte Seidenath: "Die Chancen, dass die Linie A bis zum Dezember 2014 ausgebaut wird, sind gestiegen." Konrad Wagner ließ über das Telefon wissen: "Sehr gestiegen." Die Dachauer Vertreter hegen keine Zweifel mehr daran, dass das Ausbauziel von allen maßgeblichen Seiten angestrebt wird.

Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt zeigte sich mit dem Ausgang des kleinen Verkehrsgipfels ebenfalls sehr zufrieden, weil "das Bündeln aller Kräfte" gelungen sei. Aus ihrer Sicht war das Dachauer Angebot eines Schienenersatzverkehrs wichtig, um ein "völlig neues, optimiertes Baukonzept" zu ermöglichen, das sich nicht nur auf die Sommerferien beschränkt. Deshalb sagte sie: "Das Ergebnis ist sehr konstruktiv."

Auf die Frage, ob sie mit einem solch erfolgreichen Ausgang der Verhandlungen gerechnet hätte, als sie Ende September erstmals öffentlich die Probleme angesprochen hatte, antwortete sie: "Nein. Das war mir nicht klar." Aber ihr Ziel sei es von vorneherein gewesen, "dass alle Beteiligten an einem Tisch sitzen". Durch das Schreiben von Briefen wäre vermutlich keine Einigung zu erzielen gewesen. Sondern nur durch die Einsicht, "dass man, wo immer man sich bewegen kann, sich auch bewegen muss".