Regionalmesse-Bilanz Kürzer, aber etwas besser besucht

Landrat Stefan Löwl (links) und Messebetreiber Josef Albert Schmid am Tourismusstand fürs Dachauer Land bei der Eröffnung der Diva.

(Foto: Toni Heigl)

Die Regionalmesse Diva zieht in weniger Zeit täglich 200 Leute mehr an als zuletzt vor zwei Jahren. Die Stadträte ziehen ein vorsichtig positives Fazit. Die Organisatoren zeigen neben Freude auch Selbstkritik

Von Felix Wendler, Dachau

Weniger Ausstellungstage, weniger Besucher: Am Sonntag ging die Dachauer Informations- und Verkaufsausstellung Diva zu Ende. Die Veranstalter ziehen eine sehr positive Bilanz, das neue Konzept sei gut aufgegangen. Es wurden 27 840 Besucher in vier Tagen gezählt, vor zwei Jahren waren es 33 720 Menschen an fünf Tagen. Somit kamen in diesem Jahr im Schnitt pro Tag tatsächlich etwa 200 Leute mehr.

Nachdem im letzten Jahr Bündnis und SPD den Antrag gestellt hatten, die Diva angesichts der hohen Kosten und des zweifelhaften Mehrwerts für die Region einzustellen, wurde für 2017 ein komplett neues Konzept auf die Beine gestellt. Sportlich, jung und modern wollte die Regionalmesse sich geben. Erstmalig stand die Ausstellung unter einem Schwerpunktthema. Eine klare Ausrichtung auf die Bereiche Digitalisierung und Gesundheit sollte mehr Dachauer Geschäftsleute anlocken. Die Verkürzung auf vier Tage sollte die Kosten für kleine Handwerksbetriebe senken.

Deutlich jüngeres Publikum

Für das neue Konzept maßgeblich verantwortlich war Optiker Christian Tannek, Messebeiratsvorsitzender der Diva 2017. "Das Konzept jung, frisch und modern ist voll aufgegangen", resümiert er am Montag. Das vom Volksfest geliehene und zur Dachau-Halle ausgebaute Zelt habe nicht nur mehr Platz für die vielen Aussteller gebracht. Vielmehr habe das Zeltdesign eine verbesserte Atmosphäre geschaffen und die Aufenthaltsqualität der Besucher erhöht. Dies hätten Publikum und Ausstellerbestätigt. Dazu beigetragen habe auch die vereinheitlichte Optik, die in diesem Jahr gestellt wurde, um die Arbeitsbelastung der Aussteller zu verringern, erklärt Organisator Josef Albert Schmid. "Wir haben die Kritik angenommen", findet Tannek. Von einem deutlich jüngeren Publikum und insbesondere vielen Familien berichtet er zudem. Viele Neuheiten wie der lange Donnerstag seien gut angekommen. "Der Fokus auf die Digitalisierung hat sich als richtig erwiesen", bilanziert der Messebeiratsvorsitzende. "Digitale Aktionen wie die Diva Rallye erfreuten sich großer Beliebtheit bei den Besuchern." Trotz des insgesamt sehr zufriedenstellenden Fazits gibt es weiterhin Potenzial zur Verbesserung, ist Tannek überzeugt. Dazu zähle zum Beispiel, den Charakter der Dachau-Halle auch auf die anderen Bereiche der Messe zu übertragen.

Die Aussteller auf der Thoma-Wiese zeigen sich zum Abschluss der Diva größtenteils zufrieden. Oliver Hill, Inhaber der Effe&Gold-Lokale, bot den Besuchern an seinem Food- und Getränketruck individuell zubereitete Burger an. Besonders gut kam das selbst gebraute Effinger-Bier an: "Alle Chargen wurden restlos geleert." Auch die Schreinerei Mayr-Schütz aus Arnbach war mit einem Stand in der Dachau-Halle vertreten. Renate Mayr-Schütz bestätigt die gute Atmosphäre. "Insgesamt war es schon besser als vor zwei oder vor vier Jahren." Die Firma habe allerdings in den letzten Jahren nicht in der Dachau-Halle ausgestellt. "In den anderen Hallen herrschte auch in diesem Jahr eher wenig Andrang", so ihr Eindruck. Organisator Schmid verweist auf die recht stark variierenden Besucherzahlen an den verschiedenen Tagen. Die meisten der insgesamt 27 840 Besucher kamen demnach am Sonntag, gefolgt vom Donnerstagnachmittag und Samstag.

"Spritziges Rahmenprogramm"

Aus dem Stadtrat kommen, neben Verweisen auf die erst anstehende Auswertung der Messe in den Ausschüssen, ebenfalls positive erste Einschätzungen. Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) lobte das "spritzige Rahmenprogramm" und die Dachau-Halle. Auch sie findet jedoch, dass am roten Faden und den thematischen Zuordnungen in den anderen Hallen noch gearbeitet werden muss. Wirtschaftsreferent Florian Schiller (CSU) berichtet von positiven Gesprächen mit den Ausstellern, erhofft sich für die nächste Diva aber eine etwas stärkere Orientierung am Schwerpunktthema über alle Hallen hinweg. Hinsichtlich des Streits um die Bezuschussung der Diva durch die Stadt lässt er wissen, dass der Betrag in diesem Jahr voraussichtlich unter der beschlossenen Deckelung von 50 000 Euro Personal-, Ausstellungs- und Zuschusskosten liegen wird - im Vergleich zu den 64 000 Euro für die Diva 2015. Es sieht so aus, als sei in zwei Jahren wieder mit der Diva zu rechnen.