Porträt Die Leidenschaft eines Naturmenschen

Silke Schulz-Könicke: Die Autorin einer Studie des Forstamts in Odelzhausen über den Wandel des Waldes im Landkreis Dachau.

(Foto: Dieter Erhard/oh)

Warum Silke Schulz-Könicke vom Journalismus in die Forstwirtschaft wechselte und eine Studie über den Wandel des Waldes schrieb

Von Renate Zauscher, Odelzhausen

"Der Wald ist der beste Arbeitsplatz der Welt": Davon ist die Diplom-Forstingenieurin Silke Schulz-Könicke überzeugt. Und sie weiß, wovon sie spricht: Schließlich hat sie Erfahrung mit einem ganz anderen Beruf gesammelt, mit dem der Redakteurin. Grund für Silke Schulz-Könickes eher ungewöhnlichen beruflichen Werdegang ist der Umstand, dass sie nach dem Studium der Forstwirtschaft in Weihenstephan als Brillenträgerin nicht "forstdiensttauglich" war und es damit keine Chance auf eine Übernahme gab. Also entschied sie sich für die aus ihrer Sicht "zweitbeste" berufliche Laufbahn: Nach einem zweijährigen Volontariat arbeitete sie mehrere Jahre lang bei einer großen Tageszeitung.

Anfang 2016, nach ihrer Elternzeit - die Regelungen zur Forstdiensttauglichkeit waren inzwischen geändert worden, die Brille kein Hinderungsgrund mehr - habe sie sich, damals 40 Jahre alt, dazu entschieden, noch einmal durchzustarten, ihre Stelle "ohne Netz und doppelten Boden" gekündigt und zunächst für ein privates Forstunternehmen und eine Forstbaumschule gearbeitet. Seit Oktober absolviert sie den einjährigen Vorbereitungsdienst für die Forstinspektorenprüfung. Diese Laufbahnprüfung für den gehobenen Forstdienst ist die Qualifikation als Revierleiterin.

Beim Schreiben ihrer Projektarbeit im Forstrevier Odelzhausen bei Leiter Franz Knierer konnte Schulz-Könicke auf Erfahrungen aus beiden Berufswelten, der forstlichen wie der als Journalistin, zurückgreifen. Es geht in dieser Arbeit um "Alternative Wege in der Öffentlichkeitsarbeit" anhand der Porträts von vier Waldbesitzern aus dem Landkreis Dachau. Trotz Hindernissen ist Silke Schulz-Könicke also genau den Weg gegangen, der zu ihrem Leben passt: Schließlich sei sie immer schon ein "Naturmensch" gewesen, der sich bereits als Kind regelmäßig "aufgeschürfte Knie und Ellbogen" draußen geholt hatte. Und sie ist nach wie vor überzeugt von der Richtigkeit ihrer Berufswahl: "Der Wald mit seinen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen ist unverzichtbar." Er schütze unsere Lebensgrundlagen. Durch eine nachhaltige, sachgerechte Bewirtschaftung würden diese Funktionen erhalten. In Zeiten des Klimawandels wichtiger denn je.