Planungen Mehr Platz zum Spielen und Toben

Die Hanglage war eine Herausforderung für das Architektenteam Peter und Anna Kern aus Mindelheim.

(Foto: Kern Architekten/Gemeinde Weichs)

Die Gemeinde Weichs wird für acht Millionen Euro ein neues Gebäude für Kindergarten, Krippe, Hort und die Bücherei errichten. Die Architekten müssen einen erheblichen Höhenunterschied auf dem Gelände ausgleichen

Weichs - Mit dem Bau einer zentralen Betreuungseinrichtung für Kinder und Jugendliche in Weichs soll schon im nächsten Jahr begonnen werden. In dem Großprojekt neben der Schulturnhallegegenüber dem Fußballplatz am Ortsausgang Richtung Fränking sind Räume für einen Kindergarten, eine Kinderkrippe, einen Kinderhort sowie der Gemeindebücherei geplant. Die Gesamtkosten werden auf rund acht Millionen Euro veranschlagt. In der jüngsten Sitzung wurde dem Gemeinderat der Planentwurf des neuen Kinderhauses vorgestellt. Der Baubeginn soll im März 2019 sein. Mit der Fertigstellung des Großprojekts rechnet das Planungsteam im Oktober 2020.

Bürgermeister Harald Mundl (WBV) lobte den durch das Architekturbüro Kern aus Mindelheim gefertigten Planentwurf als "Leuchtturmprojekt für unsere Gemeinde". Für das Weichser Kinderhaus haben Architekt Peter Kern und seine Tochter Anna eine Bauform gewählt, mit der die Höhendifferenz von fünf Metern auf dem 5100 Quadratmeter großen Grundstück angeglichen werden kann. Wie mittlerweile bei staatlich geförderten Betreuungseinrichtungen vorgeschrieben, sollen die Gruppenräume für den Kindergarten und die Krippe ebenerdig in Parterre untergebracht werden. Dadurch könnten die Kinder direkt ohne Umwege bei schönem Wetter nach draußen auf die Grünfläche gelangen, erklärte der Planer. Das Raumprogramm sieht fünf Gruppen für den Kindergarten vor, drei Krippengruppen, vier Hortgruppen, die Bücherei mit Mensa, diverse Nebenräume sowie zwei Personalwohnungen im Obergeschoss.

Im Sockelbereich sind jeweils der Zugang zum Kindergarten und zur Krippe geplant, drei Lagerräume für die einzelnen Einrichtungen sowie ein Raum für die Hackschnitzelheizung. Außerdem ist eine Küche zum Selbstkochen vorgesehen oder auch nur zum Aufwärmen von Speisen. Im Eingangsbereich wird ein Aufzug eingebaut sowie 26 Stellplätze errichtet, die über einen Rundweg zur Straße hin für die Fahrzeuge von Eltern und Personal erschlossen werden.

Im Erdgeschoss sollen die Gruppenräume für Kindergarten und Krippe untergebracht werden, mit jeweils einem überdachtem Freibereich und Intensivraum zur Vertiefung. Für jede Gruppe sind ein Schlafraum vorgesehen sowie Räumlichkeiten für Personal, für die Essensausgabe und eine Cafeteria. Zwischen Kindergarten und Krippe ist ein Elternbereich geplant und ein Mehrzweckraum, der von beiden Einrichtungen zugleich genutzt werden kann.

Im Obergeschoss sind vier Gruppenräume für den Hort geplant, die auch über eine Außentreppe von der Grundschule zugänglich sein werden. Neben den Gruppenräumen sieht die Planung einen Hausaufgabenraum vor, ein Werktherapiezimmer sowie Sanitärräume und aus Schallschutzgründen im hinteren Bereich zwei Wohnungen. Als separater Bereich präsentiert sich die Bücherei, für die 74 Quadratmeter Innenraum eingeplant werden sowie eine begrünte Dachterrasse. Dem Architektenteam zufolge sollte der Sockelbereich des neuen Kinderhauses in Massivbauweise ausgeführt werden. Das Parterregeschoss mit Kindergarten, Krippe und das Obergeschoss mit Hort und Bücherei könnte auch in Holzbauweise errichtet werden. Damit im März 2019 mit dem Neubau begonnen werden kann, muss bis Mitte Mai 2018 der Förderantrag bei der oberbayerischen Regierung gestellt werden. Im Vorentwurf werden die Erschließungskosten auf 60 000 Euro geschätzt, der Hochbau mit massivem Sockelgeschoß wird voraussichtlich 4,3 Millionen kosten, Nebenkosten 1,4 Millionen Euro, der technische Ausbau 1,3 Millionen Euro, Außenanlagen mit Parkplätzen 750 000 Euro, die Ausstattung und Möblierung rund 200 000 Euro. Die Gesamtkosten werden auf circa acht Millionen Euro Brutto veranschlagt. "Wir haben hier eine ganz konkrete Schätzung nach mehreren Vergleichswerten vorliegen", erklärte Architekt Kern seine Kostenplanung. Demzufolge werden für jede der insgesamt zwölf Betreuungsgruppen rund 650 000 Euro Baukosten veranschlagt. Gemäß den Förderrichtlinien sind breitere Flure und teils überdachte Grünflächen geplant, damit die Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Nach ausgiebiger Fragerunde genehmigten die Räte einstimmig die Vorplanung für das künftige Kinderhaus.