Petershausen Standpauke für Petershausener CSU

Die Ehefrau des Gemeinderats Robert Götz fordert von dessen Fraktion mehr Transparenz in der Ärztehaus-Debatte.

Von Petra Schafflik

In der Debatte um das geplante Gesundheitszentrum fordert Martina Götz jetzt mehr Transparenz. Fachmeinungen von Experten, die der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung offenbar eingeholt habe, sollen "unverzüglich" veröffentlicht werden, fordert die Ehefrau von CSU-Gemeinderat Robert Götz in einem offenen Brief. Doch Bürgermeister Günter Fuchs (CSU) verwahrt sich gegen diesen Wunsch. Das Gremium müsse das Recht haben, bei sensiblen Themen vertraulich zu beraten. Über wesentliche Inhalte werde er "in öffentlicher Sitzung berichten". Bereits am heutigen Donnerstag wird der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung zum Gesundheitszentrum fällen.

Der Petershausener Bürgermeister Günter Fuchs (CSU) in seinem Amtszimmer.

(Foto: DAH)

Die Frage, wie transparent oder vertraulich Vorberatungen im Gemeinderat ablaufen sollen, steht vor dem Hintergrund des Streits, der in Petershausen seit Dezember um das geplante Gesundheitszentrum tobt. Wenn es um derart grundlegende Themen für die Zukunft der Ortsentwicklung geht, müsse die Öffentlichkeit stärker informiert werden, schreibt Martina Götz. "Halten Sie die Bevölkerung nicht klein." Doch Bürgermeister Fuchs findet diese Forderung haltlos. Wichtige Fakten werde er im Gemeinderat referieren. Beraten wird das Plenum das Projekt des Petershausener Allgemeinmediziner Peter Stein, der bekanntlich ein Gesundheitszentrum auf dem familieneigenen Gelände der ehemaligen Ziegelei errichten will. Geplant ist, die Hausarztpraxis Stein in den Neubau zu verlagern, wo Fachärzte tageweise Sprechstunden abhalten sollen. Weitere Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen wie ein Physiotherapeut und eine Hebammenpraxis sollen sich dort niederlassen, so das Konzept. "An eine Konzentration der gesamten ärztlichen Versorgung war nie gedacht," betont Stein.

Das Projekt ist umstritten, weil sich Bürgermeister und CSU nach anfänglicher Zustimmung einen zentralen Standort für ein Ärztehaus wünschen. Auf dem geplanten Areal westlich der Bahn würde ein Gesundheitszentrum dem Ortskern schaden, so die Befürchtungen. Ein Kompromissvorschlag des Bürgermeisters, Stein möge sein Konzept im Ortskern umsetzen, blieb erfolglos. "Wir bieten dieses Projekt an diesem Standort an, für uns gibt es keinen anderen Standort", so Stein. Politische Unterstützung erfährt das Vorhaben von Anfang an von SPD und Freien Wählern. Da drei der fünf ansässigen Hausärzte im Zentrum bleiben wollten, "habe ich keine Befürchtung, dass das Ärztehaus dem Ortskern schadet", sagt SPD-Gemeinderat Wolfgang Stadler. "Ein Plus ist die verbesserte Facharztversorgung", ergänzt FW- Fraktionsvorsitzende Andrea Stang. Die behindertengerechte Bauweise gefällt Stang, bisher gebe es "keine einzige barrierefreie Praxis". Auch der Widerstand der CSU bröckelt. Zwar plädiert CSU-Gemeinderat Robert Götz dafür, vor der Entscheidung über das Ärztehaus ein grundlegendes Konzept zur Ortsentwicklung aufzustellen. Über einen entsprechenden Antrag soll der Gemeinderat beraten. Dennoch sagt Götz nicht mehr kategorisch Nein: "Wenn sich nicht die gesamte ärztliche Versorgung dort konzentriert, kann ich damit leben." Genau das sei nie geplant gewesen, "wir wollten nie ein riesiges Arztzentrum", betont wiederum Stein, der sich vom Gemeinderat nun die Zustimmung erhofft. "Dann könnte das Projekt 2014 stehen."