Odelzhausen Odelzhausen fährt zweigleisig

Gemeinderat stimmt Kooperationsmodell zwischen Mittel- und Realschule zu und will Konzept für Gemeinschaftsschule.

Von Matthias Pöls

Seit dem Beschluss des Kreisausschusses ein Kooperationsmodell zwischen Mittel- und Realschule einzuführen, ist eine Gemeinschaftsschule eigentlich vom Tisch. Vom Schuljahr 2012/ 2013 an soll schrittweise das Kooperationsmodell Mittel- und Realschule umgesetzt werden. Doch auf der Sitzung am Montagabend beschlossen die Odelzhausener Gemeinderäte gegen die Stimmen der CSU, ein pädagogisches Konzept für eine Gemeinschaftsschule zu erstellen. Damit fährt Odelzhausen jetzt zweigleisig. Denn kurz davor stimmten alle Gemeinderäte der schrittweisen Umsetzung des Kooperationsmodells zu.

Es ist bemerkenswert, dass wir zum nächsten Schuljahr eine neue Schule bekommen", sagte Bürgermeister Konrad Brandmair (CSU). Zunächst werde es zwei fünfte Klassen geben, Jahr für Jahr werde die Schule ausgebaut. Der Platz werde dann irgendwann nicht mehr reichen, doch dann müsse der Landkreis ein neues Gebäude bauen. Für die Schüler sei die vierte Realschule im Landkreis ein Gewinn. Denn selbst die erst im vergangenen Jahr eröffnete Realschule in Dachau ist heute schon wieder zu klein. Die Anzahl der Realschüler hat sich seit 1972 verdreifacht.

Den Vorschlag, in Odelzhausen eine Kooperation zwischen Mittel- und Realschule einzurichten, wertet die Elterninitiative Interessengemeinschaft (IG) Gemeinschaftsschule, die sich mit Nachdruck für eine Gemeinschaftsschule in Odelzhausen einsetzt, als klare Absage an ihr Konzept. Die Grundsatzdebatte um die zukünftige Gestaltung der bayerischen Schulpolitik schien vorerst beendet zu sein.

Auf den eigentlichen Kern der Debatte, welches pädagogische Konzept dafür geeignet sei, ging keiner der Gemeinderäte ein. Stattdessen wurde darüber spekuliert, wie sich die bayerische Schulpolitik im Falle eines Regierungswechsels nach der Landtagswahl 2013 grundsätzlich ändern könnte.

Sollte dann tatsächlich, wie die SPD dies plant, das Modellprojekt der Gemeinschaftsschulen umgesetzt werden, "sollten wir einmal im Leben vorbereitet sein", sagte Gemeinderätin Brunhilde Kiemer (Freie Wähler). Deshalb sollte man das pädagogische Konzept für die Gemeinschaftsschule "parallel laufen lassen". Und Gemeinderat Roderich Zauscher (Grüne) ergänzte: "Dank an die Initiative, die hat die Realschule erst ermöglicht." Ihr sei die Erstellung eines Konzepts für eine Gemeinschaftsschule daher zu "gönnen". Die CSU-Gemeinderäte sprachen dagegen von einer "Schubladenplanung" und halten die Kosten von 4000 Euro für "hinausgeschmissenes Geld". Momentan sei dies nicht nötig.

Die Befürchtungen, angesichts sinkender Schülerzahlen die Mittelschule in Odelzhausen zu verlieren, sind im Gemeinderat noch immer vorhanden. "Wer weiß, was in fünf Jahren ist", sagte Brunhilde Kiemer. Noch immer herrsche hoher Übertrittsdruck. "Der kommt von den Eltern", antwortete Brandmair knapp. Um zu wissen, ob die Mittelschule zweizügig erhalten bleibe, müsse "man eine Kristallkugel in die Hand nehmen". Zauscher fügte noch eine "politische Spekulation" um das Konzept der Gemeinschaftsschule hinzu: "Man kann ja auch auf die Erleuchtung der CSU hoffen."