Die Nordost-Umgehung Dachaus soll kommen. Darin sind sich führende CSU-Politiker im Landkreis einig. Doch über den Baubeginn muss noch verhandelt werden.
Noch ist keine endgültige Entscheidung über den Baubeginn der Nordost-Umfahrung Dachaus gefallen. Der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath (CSU) rechnet, wie er der SZ auf Nachfrage sagte, "in den nächsten Wochen" mit einer Lösung.
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Hier, in Dachau-Ost beim Reiterhof Faber, ist die Trasse der Nordost-Umgehung Dachaus geplant. (© Toni Heigl)
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Entgegen früherer Zusagen hatte das bayerische Innenministerium den Bau der Umgehungsstraßen nicht als vordringlich eingestuft und auf die Zeit nach 2050 verschoben. Dachaus Oberbürgermeister Peter Bürgel, Landrat Hansjörg Christmann (beide CSU) und Seidenath wollen das so nicht hinnehmen.
Sie protestierten dagegen und führten bereits ein Gespräch mit der Obersten Baubehörde des Innenministeriums in München. Wie Seidenath sagt, wird es wie im Staatsstraßenausbauplan vorgesehen, also mit langer zeitlicher Verzögerung des Baubeginns, nicht bleiben.
Wie genau die Lösung aussehen soll, darüber muss laut Seidenath noch verhandelt werden. Auf jeden Fall, so der Abgeordnete, bleibe der Bau der dringend benötigten Umgehungsstraßen ein politisches Ziel. Die Kommunalpolitiker streben einen Baubeginn für 2015 oder 2016 an.
Das Projekt ist indes nicht unumstritten. Bund Naturschutz sowie die Stadtratsfraktionen der Grünen, des Bündnisses für Dachau und der SPD fordern ein Umdenken in der Verkehrspolitik und eine Alternative zu der Nordost-Umfahrung, die durch ein europäisch streng geschütztes FFH-Gebiet führen. Außerdem erwarten die Kritiker keine Verkehrsentlastung von der Umgehung für Dachau und den südlichen Landkreis.
(SZ vom 06.05.2011)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Das idyllische Landschaftsfoto in dem Beitrag zeigt genau das Problem: mit der geplanten Nordost-Umgehung wird der letzte Rest unberührter Natur im Bereich Dachau Stadt zerstört. Dabei entlastet die geplante Schnellstraße niemanden. Die jetzige Ausfallstraße, die Alte-Römer-Straße ist keineswegs überlastet. Nur innerhalb des Gewerbegebiets ist einiges los, weil viele hier halt zum Einkaufen hinfahren - das wird sich durch eine Umgehung auch nicht ändern.
Eine seriöse Verkehrszählung am nordöstlichen Stadtende würde zeigen, dass hier kein Bedarf besteht. Zudem soll diese Moos-Planierung 30 Millionen Euro kosten - während beispielsweise für eine 3 Mio. teure Schulturnhalle angeblich kein Geld da ist. Hier stimmt doch was grundsätzlich nicht!