Neuer Träger Ja zur Jugendbegegnung

Bislang war die Evangelische Jugend München für die pädagogische Leitung der Internationalen Jugendbegegnung zuständig. Ab 2018 übernimmt nun der Kreisjugendring diese Aufgabe - mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung vom Landkreis

Von Jacqueline Lang, Dachau

Bereits zum 36. Mal soll im kommenden Jahr die Internationale Jugendbegegnung stattfinden. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Jugendgästehauses soll am 4. August 2018 sogar ein besonders großes Fest der Begegnung gefeiert werden. Die Veranstaltung ermöglicht es den Teilnehmern, die aus aller Welt anreisen, "sich mit der Geschichte des Konzentrationslagers Dachau, dem Nationalsozialismus und heutigen Formen von Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung zu beschäftigen", wie es auf der Homepage heißt. Überlebende berichten von ihren Erfahrungen während der Verfolgung, ihrer Zeit im Konzentrationslager und dem Widerstand. Zudem werden Workshops, Exkursionen und Ausflüge angeboten, die den Teilnehmern, die zwischen 16 und 26 Jahre alt sind, einen neuen Blickwinkel auf historische Ereignisse ermöglichen soll. Kurzzeitig stand jedoch zu befürchten, dass die Jugendbewegung 2018 möglicherweise doch nicht würde standfinden können: Für alle Mitglieder des Trägerkreises sehr überraschend, hatte die Evangelische Jugend München ihr Mitwirken zum Ende des Jahres aufgekündigt. Der Grund: ein personeller Engpass. Da bei der Evangelischen Jugend München Vakanzzeiten vorgesehen sind, ist es aktuell nicht möglich, die Stelle von Christine Tröger, die bislang als Dekanatsjugendreferentin für die Internationale Jugendbegegnung zuständig gewesen ist, neu zu besetzen. "Wir können den vertraglichen Pflichten des Kooperationsvertrags daher leider aktuell nicht nachkommen", sagt Michael Stritar, Dekanatsjugendpfarrer der Evangelischen Jugend. Die Evangelische Jugend habe jedoch bereits mitgeteilt, dass in Zukunft möglicherweise wieder ein Mitwirken im Trägerkreis denkbar sei, sagt Ludwig Gasteiger vom Kreisjugendring Dachau. Zudem bleibe die Evangelische Jugend weiterhin aktives Mitglied im Förderverein "Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau" und unterstütze in vollem Umfang Ziel und Aufgabe der Jugendbegegnung, sagt Stritar.

Für den Kreisjugendring Dachau, der nun neben der finanziellen auch die pädagogische Gesamtverantwortung trägt, war die neue Situation vor allem personell eine Herausforderung. Mit Robert Philippsberg, der bislang nur auf Honorarbasis als Projektmitarbeiter die Evangelische Jugend München unterstützt hat, hat man nun aber eine gute Lösung gefunden. Philippsberg wird ab dem 1. Januar in Vollzeit die pädagogische Leitung übernehmen. Ihm wird eine Honorarkraft zur Seite gestellt, für die nun eine neue Stelle geschaffen werden muss. Zudem werden auch die Geschäftsleitung und die Abteilung Sachbearbeitung verstärkt in das Projekt involviert sein. Man könne die Mitarbeiter schließlich nicht ohne eine Einarbeitung losschicken. Zwar gebe es auch ein internationales Team, bestehend aus zirka 20 Jugendlichen, doch diese könnten natürlich die Organisation vor Ort nicht übernehmen, sagt Gasteiger.

"Von allen Seiten kam das Signal, das eine Beendigung der Jugendbewegung keine Option ist", sagt Gasteiger. Bereits beim Fest der Begegnung im Sommer habe man mit der stellvertretenden Landrätin Marianne Klaffki (SPD) und Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) über das Thema gesprochen. Alle Beteiligten hätten zugesichert, dass sie die Internationale Jugendbegegnung nach ihren Möglichkeiten stärker unterstützen würden, damit der Kreisjugendring das Projekt weiterhin stemmen kann. Zu den Unterstützern zählen aktuell die Stadt Dachau, sowie der Landkreis und der Kreisjugendring München. In den vergangenen Jahren wurde der Trägerkreis vom Landkreis Dachau mit 8000 Euro unterstützt, in diesem Jahr wurde einem Antrag von 12 000 stattgegeben. Die Erhöhung des Zuschusses ist durch den Mehraufwand des Kreisjugendrings zu erklären. Die Gesamtkosten der Veranstaltung betrugen in den vergangenen Jahren immer in etwa 100 000 Euro. "Der Großteil der finanziellen Mittel kommt vom Bayerische Jugendring", sagt Gasteiger, und so werde es 2018 bleiben. Einer erfolgreichen Jugendbegegnung steht also auch im kommenden Jahr nichts im Weg.