Neuer Laden in Hebertshausen Der Traum vom eigenen Café

Süßigkeiten liebt sie über alles, sagt Franziska Loock, die sich auf ihr eigenes Café in Hebertshausen freut.

(Foto: Toni Heigl)

Franziska Loock eröffnet im September das "Millirahm und Marzipan". Dort gibt es Kuchen und einen kleinen Bauernladen

Von Petra Schafflik, Hebertshausen

"Süßigkeiten liebe ich einfach über alles und ein eigenes Café war schon immer mein Traum", erzählt Franziska Loock. Jetzt macht die 30-Jährige ihre persönliche Vorliebe für Schokolade, Kuchen und Torten zum Beruf: In Hebertshausen eröffnet sie "Millirahm und Marzipan" - ein Geschäft, das Bauernladen und Café unter einem Dach vereint. Aktuell wird in den Räumen der ehemaligen Sankt-Georg-Apotheke an der Freisinger Straße zwar noch gemalert, gehämmert und geputzt. Doch von September an will die gelernte Konditorin regionale Produkte anbieten und Gäste in gemütlicher Atmosphäre bewirten.

Loock, die vor ihrer Lehre Lebensmittelmanagement an der Universität Weihenstephan-Triesdorf studiert hat, setzt beim Gebäckangebot auf Vielfalt, also moderne Rezepte, traditionelle Klassiker und einige Eigenkreationen. Auch ihre Baiser-Mascarpone-Torte, die der Hit ist bei Festen im Freundeskreis, wird auf jeden Fall in der Kuchentheke zu finden sein.

Den Traum vom eigenen Café hegen nicht wenige junge Leute. Franziska Loock aber hat für diese Idee nicht nur eine fachlich passenden Ausbildung absolviert, sondern bringt bereits viel Erfahrung in der Gastronomie mit. Als Bedienung hat sie oft ausgeholfen. "Der direkte, persönliche Kontakt zu den Gästen hat mir dabei immer schon gefallen", sagt sie. Aufgewachsen ist sie auf dem Hofgut Sickertshofen, wo ihre Familie jedes Jahr ein großes Kürbisfest auf die Beine stellt. Dort hat sie nicht nur von Kindesbeinen an das Organisieren, sondern auch das Kochen und Backen "von der Mama gelernt". Dazu kommt die persönliche Vorliebe fürs Süße: "Gemütlich Kaffeetrinken mit einem Stück Kuchen, was Schöneres kann es gar nicht geben."

Damit ihr Traum auch wirtschaftlich auf soliden Beinen steht, wird integriert ins Café noch ein kleiner Bauernladen eröffnet. Eine Geschäftsidee, die in Hebertshausen auf positive Resonanz stößt. Nicht nur, dass in der 5600-Einwohner-Gemeinde ein Café fehlt. Auch einen Lebensmittelladen gibt es im Dorf nicht mehr, seit 2014 der Supermarkt nach einer Neueröffnung in Ampermoching seine Filiale geschlossen hat. Und jetzt macht im Juni der Metzger zu. Ein kleiner Laden könnte daher den Bürgern durchaus entgegen kommen, die nicht mehr so mobil sind. Auch die vielen jungen Leute der umliegenden Schulen werden vielleicht den Weg ins Café finden.

Diese Nische hat Franziska Loock erkannt und freut sich über die Geschäftsräume der ehemaligen Apotheke, die sie vorigen Sommer per Zufall entdeckt hat. "Ein interessanter Raum mit Wintergarten, dazu genug Platz für Lager und Büro." Weil die Cafébesitzerin als gelernte Konditorin natürlich ihre Backwaren selbst herstellen will, ist eine gut ausgestattete Küche wichtig. "Die kommt ins ehemalige Apothekenlabor." Mit viel Engagement macht sich die künftige Café-Betreiberin gerade ans Einrichten. Eine feste Stilrichtung hat sie sich nicht vorgenommen, "viel Holz, gemütlich, fast rustikal und ein bequemes Sofa kommt auch hinein, eben mein ganz persönlicher Geschmack." Eine ruhige Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt, ist ihr wichtig. Denn wenn es nach Loock geht, "sollen die Gäste sich wohlfühlen, gerne ihre Zeit im Café verbringen und ruhig ein wenig dableiben."

Während die Inneneinrichtung noch entsteht, hat sie das Sortiment schon im Kopf. Der Bauernladen wird Obst und Gemüse bieten, dazu Eier, Nudeln, Getränke, alles aus der Region. Im Café soll es täglich ein warmes Mittagsgericht geben. Vor allem aber Kuchen und Torten nach Saison vom Rhabarberbaiser im Frühjahr bis zum Zwetschgendatschi im August. Dazu glutenfreies Gebäck und vegane Kuchen, "je nachdem, was gefragt ist."