Nachruf Wider die Ungerechtigkeit

Der leidenschaftliche Kämpfer Wolf-Dieter Krämer ist tot

Im Februar überreichte Wolf-Dieter Krämer noch als Vertreter der Bürgerinitiative "Bessere Pflege" Geschenke an Mitarbeiter des Dachauer Amper-Klinikums. Am Karfreitag ist der Karlsfelder mit dem auffälligen weißen Bart, der in vielen politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereichen engagiert war, überraschend im Alter von 73 Jahren gestorben. "Man hat mich in die linke Ecke reingesteckt, da bin ich geblieben", sagte er, als er noch der SPD angehörte. Wegen der Agenda 2010 hatte er die Partei nach 30 Jahren verlassen und sich der Linken angeschlossen, für die er 2005 erfolglos im Wahlkreis Dachau-Fürstenfeldbruck zur Bundestagswahl antrat.

Im Alter von 73 Jahren ist Wolf-Dieter Krämer, ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, überraschend gestorben.

(Foto: Niels. P. Joergensen)

Krämer wurde 1945 in Prag geboren, wuchs bei seiner ungarischen Großmutter auf und war mit einer Französin verheiratet. In München erlernte er den Beruf des technischen Zeichners und arbeitete danach im Baureferat der Landeshauptstadt. Nebenher qualifizierte er sich auf dem zweiten Bildungsweg, studierte an der Hochschule für Politik und absolvierte 1986 die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie. In der Bretagne hatte er ein Haus, an seinem Auto ein französisches Kennzeichen, in seinem von der Oma geerbten Haus lebte er zwischen Tausenden von Büchern. Seine Sympathie galt stets der Arbeiterbewegung.

Im Alter von 73 Jahren ist Wolf-Dieter Krämer, ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, überraschend gestorben.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Er war Gewerkschaftsmitglied, gehörte unter anderem dem Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und dem Bündnis gegen Rassismus Dachau an, dem deutschen Pen-Zentrum und der Ernst-Toller-Gesellschaft. Krämer, unter dessen Leitung der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt das Buch "Nachdenken über NSX" mit Gedichten und Novellen über die wachsende Bedrohung durch rechtsradikales Gedankengut herausgebracht hatte, war erst vor kurzem wieder in den bayerischen Landesvorstand des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) gewählt worden. Der VS-Landesvorsitzende Arwed Vogel schreibt in einem Nachruf: "Sein Tod reißt eine große Lücke, denn er arbeitete in verschiedenen Organisationen mit, engagierte sich für soziale Gerechtigkeit und im politischen und publizistischen Widerstand gegen die Auswüchse des Kapitalismus und die Gefahr rechtsradikaler und populistischer Strömungen."