Markt Indersdorf Mit der Schubkarre zum Friedhof

Bei der Neugestaltung des Platzes vor dem Indersdorfer Mesnerhaus sollen die Parkmöglichkeiten wegfallen. Trotz Protesten der Grabbesitzer will der Gemeinderat an seinen Plänen festhalten.

Von Robert Stocker

Indersdorf Mesnerhaus Parkplatzdiskussion Foto: Heigl

(Foto: Toni Heigl)

Die Besitzer von Gräbern im Klosterfriedhof protestieren: In einem Antrag an den Indersdorfer Gemeinderat, der von 68 Betroffenen unterzeichnet ist, fordern sie den Erhalt der Parkplätze auf dem Platz vor dem Mesnerhaus. Die Planung für die Neugestaltung dieses Platzes sieht vor, dass es dort künftig keine Parkmöglichkeiten mehr für Autos gibt. Darüber sind die Grabeigentümer verärgert. Der Gemeinderat machte jetzt aber klar, dass er an der beschlossenen Planung festhalten wird. Der Grund: Der Wegfall der Parkplätze ist die Voraussetzung für Mittel aus dem Städtebauförderprogramm. Die Regierung von Oberbayern hat für die Baumaßnahmen einen Zuschuss von 108 000 Euro zugesagt.

Die Grabbesitzer argumentieren, dass es gerade älteren Bürgern nicht zuzumuten sei, schwere Erde, Splitt oder Werkzeuge über die viel befahrene Straße oder noch längere Strecken bis zu den Gräbern zu schleppen. Diese Bürger hätten ihr Leben lang Steuern gezahlt, aber auch Friedhofsgebühren an das Ordinariat entrichtet. Auf die Parkplätze am Friedhof hätten sie ein Recht, Stellplätze die sich lediglich in der Nähe des Friedhofs befänden, genügten nicht. Die Grabeigentümer fordern in dem Antrag den Gemeinderat auf, eine "bürgerfreundliche, akzeptable und vor allem weitsichtige Lösung" zu finden. In den umliegenden Gemeinden sei dies selbstverständlich. Die Antragsteller schlagen außerdem vor, neue Parkplätze im "Natur-Pfarrgarten" zu schaffen, die direkt am Friedhof lägen.

Ginge die Gemeinde auf die Forderung der Grabeigentümer ein, müssten die Planungen für den Platz wieder von vorn beginnen. Zwar wollte auch der Gemeinderat zunächst die Stellplätze dort erhalten. Doch im Zuge der Beteiligung der betroffenen Nachbarn an der Planung - Pfarrei, Ordinariat und Heimatverein - wurde klar, dass die Parkplätze wegfallen werden. Dafür setzten sich auch das Kreisbauamt und die Denkmalbehörden ein. Die Regierung von Oberbayern, die über einen Zuschuss aus dem Städtebauförderprogramm entscheidet, machte deutlich, dass diese Mittel nur dann fließen werden, wenn die Parkplätze wegfallen. Aus diesem Grund stimmte der Gemeinderat dem Planungskonzept der Regierung zu. Für die Gemeinde geht es um einen Zuschuss von 108 000 Euro. Bauamtsleiter Erich Weisser gab zu bedenken, dass für das Projekt ein Paket geschnürt worden sei, das man nicht mehr aufschnüren dürfe: "Ich würde es nicht wagen, diese Förderung zu riskieren." Bürgermeister Josef Kreitmeir (FW) sah sich deshalb außerstande, dem Antrag der Grabbesitzer zuzustimmen.

Im Übrigen hat laut Gemeindeverwaltung eine Untersuchung des Planungsbüros Topgrün ergeben, dass in der Umgebung genügend Parkplätze - etwa auf der Straße entlang der Klosterkirche und der Friedhofsmauer - vorhanden sind. Außerdem will die Gemeinde in diesem Jahr 30 Stellplätze an der Ludwig-Thoma-Straße gegenüber dem Gasthof Funk errichten. Den Vorschlag der Grabbesitzer, einige Parkplätze im Pfarrgarten zu erstellen, hat die Verwaltung den kirchlichen Stellen bereits gemacht. Dort gibt es offenbar aber wenig Bereitschaft, auf den Vorschlag einzugehen. Letztlich könne die Gemeinde darauf keinen Einfluss nehmen, weil sie nicht Eigentümerin der Flächen sei, heißt es in einer Stellungnahme des Bauamts.

Die Alternative, Parkmöglichkeiten im Pfarrgarten zu schaffen, wurde auch im Gemeinderat diskutiert. Für Sepp Böck (SPD) ist dies durchaus eine Möglichkeit, das Parkplatzproblem zu lösen. "Die Grabbesitzer entrichten Friedhofsgebühren und sind damit Kunden der Kirche", sagte der SPD-Gemeinderat. "Da könnte die Kirche schon Zugeständnisse machen." Hans Wessner von den Um(welt)denkern schlug in eine ähnliche Kerbe. "Die Kirche hat schon genug Probleme. Mit diesem Verhalten machen sie sich noch mehr Feinde." Hans Lachner (CSU) plädierte dafür, weiter nach anderen Lösungen zu suchen, aber an den Planungen für den Platz nichts mehr zu ändern. Der Gemeinderat lehnte schließlich den Antrag der Grabbesitzer ab, leitet ihn aber an die Kirche weiter.