Markt Indersdorf Geschädigte Birken am Bahnweg gefällt

Löchrige Allee: Von vielen stattlichen Birken am Bahnweg sind nur noch Stümpfe übrig geblieben.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Naturschützer sehen eine der schönsten Stellen des Ortes zerstört.

Von Robert Stocker, Markt Indersdorf

Spaziergänger sind verwundert, manche verärgert: Eine Indersdorfer Idylle ist ziemlich lädiert. Die Birkenallee am Bahnweg ist stark ausgedünnt, etwa 20 Bäume wurden auf beiden Seiten des Wegs gefällt. Nur ihre Stümpfe ragen noch aus dem Boden. Die etwa 50 Jahre alten Birken mussten aus Sicherheitsgründen weichen. Die Stämme waren innen verfault, teilweise bis in die Wurzeln hinein. "Die Bäume wären bei einem starken Sturm nicht mehr standfest gewesen", sagt Bauamtsleiter Erich Weisser. Weil sie für Fußgänger ein Sicherheitsrisiko waren, wurden sie am vergangenen Donnerstag von einer Spezialfirma umgesägt. Die Lücken in der Allee sollen aber wieder aufgefüllt werden. Im Frühjahr werden wahrscheinlich Birken nachgepflanzt.

Viele Indersdorfer haben die Birkenallee ins Herz geschlossen. Spaziergänger schätzen den romantischen Anblick. Der Weg ist für Fußgänger und Radler eine wichtige Verbindung vom Bahnhof zum Zentrum der Gemeinde. Auch von Schülern wird er stark genutzt. Eigentlich sollten die Bäume nur ausgelichtet werden. Denn die Kronen waren so dicht, dass der Weg von den Straßenlampen schlecht beleuchtet wurde. Einige Bürger hatten das beklagt. Als Mitarbeiter einer beauftragten Spezialfirma die Bäume ausschneiden wollten, stellten sie fest, dass viele Birken von innen verfaulten. Vor etwa 20 Jahren wurden die Bäume geköpft, weil sie zu hoch geworden waren. Die Stämme trieben seitlich aus, doch in die Schnittflächen drang Feuchtigkeit ein. Sie begannen zu verfaulen. Die am stärksten geschädigten Bäume wurden jetzt aus der Allee herausgeschnitten.

In der Abwägung war das Unfallrisiko zu hoch

Das Unfallrisiko war der Gemeinde zu groß. Für Fußgänger und Radler ist die Allee die kürzeste Verbindung vom Bahnhof zum Markt. "Wir haben hier einen wahnsinnigen Fußgängerverkehr, was da Leute laufen, ist erstaunlich", sagt Bauamtsleiter Erich Weisser. Die Gemeinde befürchtete deshalb, dass ein Ast eines kranken Baumes mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen Fußgänger fällt. "Das war zu gefährlich", sagt Weisser. Bei einem kranken Baum in freier Natur sei das Risiko nicht so groß. Der Bauamtsleiter verspricht allerdings, dass es im Frühjahr Neupflanzungen gibt. Wahrscheinlich werden es wieder Birken sein, weil sie an diesem Standort gut wachsen. Die Pflanzungen legt Kreisfachberater Siegfried Lex fest. Auch der Bauamtsleiter trauert den gefällten Birken nach. "Es ist schade, die Birkenallee war im Sommer immer ein schönes Bild."

Nicht nur traurig, sondern auch verärgert über die Fällungen ist Helga Bilden, Vorsitzende der Indersdorfer Ortsgruppe vom Bund Naturschutz. "Die Gemeinde hat eine der schönsten romantischen Stellen des Ortes zerstört." Die Naturschützerin wohnt nahe der Birkenallee und ist häufig auf dem Bahnweg unterwegs. Sie will nicht glauben, dass alle gefällten Bäume innen verfault waren. "An vielen Stümpfen sieht man nichts", sagt sie. "Es wurden wohl oben einige faule Stellen entdeckt, und dann wurden die Bäume gleich ganz abrasiert."

Für Bilden ist die Fällung ein Hinweis darauf, dass die Birken nicht richtig gepflegt wurden. Die Gemeinde habe offenbar niemanden, der etwas von Bäumen versteht. Es wäre besser gewesen, die Bäume peu à peu herauszuschneiden. Kreisvorsitzender Roderich Zauscher rät prinzipiell dazu, die Bürger vorab miteinzubeziehen. Vorbildlich sei es bei der Lindenallee in Haimhausen gelaufen. Die Gemeinde habe eine Infoveranstaltung abgehalten. "Da lief die Aktion im Konsens mit den Bürgern."