Landkreis Dachau Abzocke bei Diva-Ausstellern

Mexikanische Firma versucht Geschäftsleute hereinzulegen.

Von Helmut Zeller

Die Masche ist nicht neu, doch bei den Ausstellern der Dachauer Informations- und Verkaufsausstellung Diva beißt die Firma namens Expo-Guide aus Mexico City auf Granit. Alle Aussteller der Diva 2011 erhielten in diesen Tagen von der mexikanischen Firma einen Brief, der auf den ersten Blick ganz seriös wirkte. Wer aber den beigelegten Datenbogen ausfüllt und zurückschickt, der fällt böse herein: Er muss die nächsten drei Jahre je 1271 Euro an die Firma mit Postanschrift in Mexico City zahlen. Der Dachauer Optiker Christian Tannek reagierte sofort und warnte die anderen Geschäftsleute. Für besonders dreist hält Tannek, wie er der SZ sagte, das Vorgehen der ominösen Firma, weil sie in ihrem Briefkopf den Diva-Veranstalter, die JWS GmbH, anführt.

Alle Aussteller der Diva erhielten in diesen Tagen einen seriös wirkenden Brief. Wer aber den beigelegten Datenbogen ausfüllt und zurückschickt, der fällt böse herein: Er muss die nächsten drei Jahre je 1271 Euro an die Firma mit Postanschrift in Mexico City zahlen.

(Foto: DAH)

Damit werde natürlich der Eindruck erweckt, das Angebot sei von der Messeorganisation abgesegnet. Josef Albert Schmid, Juniorchef der JWS, warnt eindringlich vor der professionell wirkenden Offerte, die Firmendaten im Ausstellerverzeichnis aktualisieren zu lassen. Bisher ist kein Dachauer Geschäftsmann auf das Schreiben hereingefallen, wie Tannek sagte. Sollte doch jemand den Datenbogen geschickt haben, müsse er sofort per Einschreiben widerrufen und einen Rechtsanwalt einschalten. Andernfalls dürfte es schwierig werden, aus dem Vertrag herauszukommen, der unter Umständen auch vor Gericht Bestand hätte. Denn im Kleingedruckten weist Expo-Guide auf den Auftrag und die Kosten hin. Die Masche ist bekannt: Expo-Guide ist laut Tannek auch schon auf Messen wie "Business to business" aufgetreten. Das Vorgehen ist auch kein Einzelfall. Firmen müssen sich laut Tannek häufig unseriöser Praktiken erwehren. Er, so Tannek, habe bei einer Änderung im Handelsregister zahlreiche Zahlungsaufforderungen erhalten - aber nur eine richtige für den Registereintrag.