KVD-Galerie Reminiszenz

Maria Detloff hängt ihre Gemälde in der KVD-Galerie auf.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Malerin Maria Detloff konzentriert sich in der Spätphase ihres künstlerischen Schaffens auf Landschaft und Kindheitserinnerungen

Von Thomas Altvater, Dachau

Es gibt Orte, an denen man gerne sein möchte. Unter Freunden. Der geografische Bezug ist dann zweitrangig. Oder man zieht sich ins traute Heim zurück. Oder sucht weit entfernt von jeglicher Zivilisation, in der Natur. Mancher hat seinen Lieblingsort noch nicht gefunden. Andere schon. Auf die Künstlerin Maria Detloff aus Altomünster trifft beides zu. In ihrer aktuellen Ausstellung "Landschaften" in der Galerie der Künstlervereinigung Dachau (KVD) in der Kulturschranne zeigt sie Orte, die verschieden und identisch sind.

Sechs Jahre ist es her, dass Maria Detloff in der KVD-Galerie ausstellte. Damals handelte es sich um eine Retrospektive, die bereits durch Landschaftsmalereien geprägt wurde. Daran schließt die Künstlerin nahtlos an. Für Detloff ist die aktuelle Ausstellung ein Geburtstagsgeschenk, das sie sich selbst ein- und ausgepackt hat. Ende vergangenen Jahres wurde sie 70 Jahre alt. Ebenfalls sechs Jahre ist es her, dass Detloff in den Ruhestand getreten ist. 36 Jahre lang war sie als Kunsterzieherin an einem Gymnasium tätig. Zeit für Kunst außerhalb ihres Berufs hatte sie damals kaum.

Doch ihren Ruhestand kann man keineswegs mit dem Wort Ruhe beschreiben. "Seit ich von der Schule weg bin, male ich mehr, habe mehr Konstanz und mehr Muse in meiner Kunst", sagt Detloff. Gemalt habe sie jedoch schon immer. Bereits ihr Vater war leidenschaftlicher Landschaftsmaler. Detloffs Werk lässt sich in drei Phasen einteilen. Sie begann mit Gruppenbilder und Porträts, gefolgt vom Stillleben. Seit nun mehr zehn Jahren widmet sie sich ausschließlich den Landschaften. Dass die aktuellen Bilder eine Reminiszenz an ihre Kindheit sind, ist offensichtlich. Geboren ist Detloff im Bayerischen Wald. Natur und Landschaften prägten sie von früh auf.

Ein schneebedeckter, unberührter, weißer Acker. Helle, graue und schwarze Farbtöne, im Hintergrund karges Gebüsch und trostloser Himmel. Detloff zeigt Orte, die Ruhe ausstrahlen. Es sind keine klassischen Abbildungen von Landschaften, es sind Sehnsuchtsorte, Orte der Freiheit. Dabei spielt Detloff mit verschiedenen Perspektiven. Der Blick nach oben, in den Himmel, der unendliche Horizont, alles scheint weit entfernt zu sein. Dann der Blick nach unten, man ist nah dran, sieht die Kleinteiligkeit, doch auch hier gibt es keinen endlichen Horizont. "Das sind Orte, wo man sich ausruhen kann", sagt Detloff. Es geht um das Alleinsein, um das sich Verlieren im unendlichen Horizont, um Orte, an denen einen niemand stört. Das stille Verweilen ist das zentrale Motiv Detloffs. "Andere haben ein Problem damit, allein zu sein, ich überhaupt nicht." In einer Gesellschaft, die Tiefgründigkeit vermissen lasse, die immer hektischer werde, könne gerade der Blick in die Natur wohltuend sein, sagt die Künstlerin.

Vom 15. September an bis zum 8. Oktober stellt Maria Detloff in der KVD-Galerie aus. Vernissage am 15. September, 19.30 Uhr.