Dachau Freie Wähler begutachten Klinikum

Helios-Geschäftsführer Christoph Engelbrecht (rechts) empfängt eine Delegation der Freien Wähler aus dem Kreistag.

(Foto: Freie Wähler, oh)

Die Kreistagsfraktion pocht auf Pflegequalität und macht sich auch ein Bild vom Fortschritt am Erweiterungsbau.

Die Fraktion der Freien Wähler im Dachauer Kreistag mit Sprecher Michael Reindl hat sich in der Vergangenheit als scharfer Kritiker der Kliniken in Dachau und Markt Indersdorf profiliert. Ihr Augenmerk hat dabei vor allem der Helios Kliniken GmbH und deren Führungsstil gegolten. Innerhalb des Kreistags ist Helios als "sektenartig" tituliert worden, weil das Unternehmen mit Firmensitz in Berlin eine strikte Repräsentation auf allen Ebenen anstrebe. Es hält 94,9 Prozent der Anteile an der Amper-Klinikum-Dachau AG. Die öffentlichen Auseinandersetzungen der vergangenen Monate um die Pflegequalität kommentierten die Freien Wähler meist im Sinne der Kritiker.

Jetzt hat eine Delegation der Gruppierung im Kreistag das Dachauer Klinikum besucht und den Fortschritt der 70-Millionen-Euro-Investition begutachtet, um das Hauptgebäude zu erweitern. Während der heftigen Diskussionen im Herbst versuchte Helios, Vorwürfe eines rigiden Sparkurses mit minimalem Personaleinsatz auch mit dem Hinweis zu entkräften, die Erweiterung größtenteils aus eigenen Mitteln bestreiten zu müssen. Deshalb legte Landrat Stefan Löwl (CSU) mehrmals dar, dass von den Gewinnen "kein Euro Dachau" verlasse, sondern reinvestiert werde.

"Menschliche Maßstäbe berücksichtigen"

Die Delegation der Freien Wähler bestand aus dem Erdweger Altbürgermeister Michael Reindl, dem Schwabhausener Bürgermeister Josef Baumgartner, Bürgermeister Georg Osterauer aus Erdweg sowie den Kreisräten Michaela Steiner, Franz Eichinger, Johann Groß, Josef Märkl und Peter Gradl. Sie besuchten den zur Zeit im Bau befindlichen Erweiterungstrakt des Helios-Amper-Klinikum Dachau und überzeugten sich an Ort und Stelle über den Baufortschritt. In einer Pressemitteilung zu dem Besuch teilt Michael Reindl jetzt mit: "Es ist sehr erfreulich, dass Helios in Dachau in die Zukunft investiert." Er habe aber im Gespräch mit Geschäftsführer Christoph Engelbrecht den Standpunkt der Freien Wähler verdeutlicht: "Das Klinik- Management kann und darf nicht nur auf eine Gewinnmaximierung orientiert sein, sondern hat vor allem auch menschliche Maßstäbe zu berücksichtigen und insbesondere den erforderlichen Personaleinsatz im pflegerischen Bereich für die Zukunft sicherzustellen."

Die Kosten für den Erweiterungstrakt mit geplanten 134 Betten belaufen sich auf ungefähr 14 Millionen Euro und werden von Helios ausschließlich durch Eigenmittel ohne staatliche Zuschüsse finanziert. Danach folgt die Generalsanierung des Altbaus aus den 70er-Jahren sowie die Errichtung von insgesamt vier weiteren Operationssälen. Dafür stellt der Staat nach Angaben von Helios insgesamt 17 Millionen Euro Fördermittel in Aussicht, 53 Millionen Euro müsse Helios selbst aufbringen. Mit der Fertigstellung des Erweiterungstrakts rechnet Projektleiter Uwe Büttner bis Ende 2017. Die Klinik verfügt derzeit über 470 Betten und nach Gesamtfertigstellung und entsprechenden Umbaumaßnahmen insgesamt 570 Betten. Fraktionssprecher Reindl abschließend: "Das Image der Klinik muss aufgewertet werden."