Landesverband Zwei Dachauerinnen an der Spitze der Landvolk-Bewegung

Bildung im ländlichen Raum liegt Irmgard Haas am Herzen. Als Vorsitzende der KLB setzt sie sich dafür ein.

(Foto: toni Heigl)

Die katholische Organisation kümmert sich um die Bildungsarbeit im ländlichen Raum, aber auch um gesellschaftspolitische und kirchliche Themen.

Von Magdalena Hinterbrandner, Dachau

Für ein lebenswertes Leben auf dem Land - dafür setzt sich die Katholische Landvolk-Bewegung (KLB) ein. "Wir behandeln auch bildungspolitische Themen und tragen schon auch mal die politischen Interessen der Gemeindebürger nach oben", sagt Irmgard Haas, Landesvorsitzende der KLB Bayern. Oft habe man beispielsweise Kontakt zu den Landtagsabgeordneten, den Staatssekretären in der Landwirtschaft oder auch einmal mit dem Bischof, so Haas. Zusammen mit ihrer Stellvertreterin Michaela Widmann besetzen die beiden Frauen aus dem Landkreis Dachau mit Josef Neher und Andreas Felsl aus der Diözese Augsburg den Landesvorstand der KLB Bayern.

Die KLB Bayern ist eine kirchliche Bildungs- und Aktionsgemeinschaft. Als katholischer Erwachsenenverband sieht die KLB ihre Aufgabe darin, sich verantwortungsbewusst der Aufgaben im ländlichen Raum, der Kirche und der Gesellschaft anzunehmen. "Der Landesverband Bayern hält Kontakt zu den einzelnen Diözesen, unterstützt diese und vertritt sie gegebenenfalls in Verhandlungen", so Haas. Aber auch die Bildungsarbeit im ländlichen Raum ist eine der Kernaufgaben der KLB. "Teilweise ist das auch eine Frage der Kräfte der Mitarbeiter. Ich schaue, dass ich meine Sicht der Dinge auch mit einbringen kann", sagt Irmgard Haas.

Als sie vor zwei Jahren noch den Posten als stellvertretende Landesvorsitzende inne hatte, organisierte sie einen Studientag zum Thema Frauen. "Das Thema Frauen finde ich sehr wichtig", sagt Haas. Dafür eigne sich schon ein Studientag. Während Haas sich mehr auf die soziale Arbeit und das Personal konzentriert, liegen die Interessen des Landesvorsitzenden Josef Neher beim Thema Umwelt. Sein Stellvertreter Andreas Feistl kommt aus dem Bereich der Landwirtschaft.

Zukunft der Landwirtschaft

Erst vor kurzem fanden die Neuwahlen in der KLB-Landesstelle Bayern statt. Irmgard Haas, Michaela Widmann, Josef Neher und Andreas Feistl bilden mit dem geschäftsführenden Referenten Martin Wagner und dem in seinem Amt bestätigten Landvolkseelsorger für Bayern, Pfarrer Josef Mayer, den neuen Vorstand der KLB Bayern. Themen wie die Zukunft der Landwirtschaft oder die ländliche Entwicklung stehen jetzt auf der Tagesordnung. Vier Jahre hat der Vorstand Zeit, Projekte zu verwirklichen, bis die nächste Wahl ansteht. "Aber es ist schwer, Kandidaten zu finden", so Irmgard Haas. Zum einen sei ein ehrenamtliches Amt nicht leicht zu besetzen. Zum anderen sitzt die KLB-Landesstelle in München. "Das ist für manche Leute einfach zu weit weg, auch deshalb wollen sie nicht kandidieren", sagt Haas.

Doch davon lässt die KLB sich nicht unterkriegen. Neben der landwirtschaftlichen Förderung ist es der Katholischen Landvolk-Bewegung auch wichtig, den Glauben erfahrbar zu machen, Familien in verschiedenen Lebenssituationen zu unterstützen, auf die Natur aufmerksam zu machen und die Menschen dazu zu bringen, sie zu respektieren. "Wir hatten auch einmal einen Vortrag darüber, dass man Lebensmittel nicht wegwerfen muss, nur weil eine Gurke krumm ist oder eine Karotte zwei Wurzelstränge hat. Man kann aus Nichts viel machen", erklärt Irmgard Haas. Das sporne die KLB an, zu solchen Themen Referenten zu organisieren und darüber zu informieren. "Aber wir unterstützen auch unsere Partnergemeinden, eine davon ist im Senegal", sagt Haas. Dabei sei es vor allem wichtig, die Leute an Ort und Stelle zu unterstützen. "Wenn man was verbessern muss, dann direkt in den Heimatländern, damit die Menschen sich in ihrer Heimat wohlfühlen und nicht fliehen müssen oder weg wollen", betont Irmgard Haas.