Weil der behindertengerechte Umbau des Jugendzentrums Dachau-Ost teuer würde, erwägt der Stadtrat nun einen Neubau.
Im vergangenen Jahr sind 30 500 Euro aus einem Topf für den behindertengerechten Umbau städtischer Gebäude übrig geblieben. Die Verwaltung wurde von den Stadträten aufgefordert zu prüfen, ob man dafür nicht eine Rampe zum Haupteingang des Jugendzentrums (Juz) Dachau-Ost installieren könnte. Doch damit wurde eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, welche die Kosten immer höher klettern ließ. Im November nun findet auf Antrag der CSU-Fraktion ein Ortstermin im Juz an der Ludwig-Ernst-Straße statt, bei dem geprüft werden soll, ob das Haus nicht gleich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Da haben wir mit unserem Antrag ein Fass aufgemacht", sagte der Fraktionsvorsitzende der Überparteilichen Bürgergemeinschaft (ÜB), Peter Denk, jetzt staunend, als das Juz-Ost auf der Tagesordnung des Bauausschusses stand. Denn es war seinerzeit nicht bei dem einfachen Prüfantrag an die Stadtverwaltung geblieben. Auch vom Projekt Soziale Stadt Dachau-Ost wurde ein barrierefreier Zugang zum Jugendzentrum und zu dessen Toilettenanlagen als Wunsch vorgebracht. Die Verwaltung hat daraufhin mit Planungen begonnen, aber zugleich eine Feuerbeschau angesetzt, weil sich die Brandschutzbestimmungen seit Eröffnung des Hauses im Jahr 1983 erheblich verändert haben. Ende März dann ging ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von CSU, SPD, ÜB und Grünen im Rathaus ein, in dem diese außer der Rampe am Haupteingang auch eine zum Gruppen- und Diskoraum forderten sowie eine Aufstiegshilfe zum Obergeschoss. Schließlich, so schreiben die Fraktionschefs und Jugendreferentin Luise Krispenz (Grüne) in der Begründung zu ihrem Antrag, werde im Juz-Ost "wertvolle pädagogische Arbeit bei der Integration von Jugendlichen" geleistet. Auch Jugendlichen mit Behinderung müsse die "Teilhabe am öffentlichen Freizeitangebot der Stadt" ermöglicht werden, hieß es weiter. Es folgten Besichtigungen des Gebäudes, die Begehung mit einem Brandschutzsachverständigen und schließlich im Juni die Vergabe eines Planungsauftrags an die Architektin Carola Hain-Fischer. Als nun im Bauausschuss drei Varianten vorlagen, machte sich angesichts der Kosten Ernüchterung breit: Bei Variante I, die alle Auflagen aus der Feuerbeschau, Energiesparmaßnahmen und die Wünsche des fraktionsübergreifenden Antrags abdeckt, kämen Kosten in Höhe von rund 672 000 Euro zusammen. Rund 408 000 Euro müsste die Stadt zahlen, wenn die Brandschutzbestimmungen komplett erfüllt und Wärmedämmungen eingebaut würden, aber nur Erdgeschoss und Disko für Behinderte zugänglich gemacht würden, der Außenaufzug ins Obergeschoss also wegfiele. Noch ein gutes Stück billiger wäre es, zwar den Brandschutz abzudecken und die Wände zu dämmen, aber auf Barrierefreiheit völlig zu verzichten. Dann würden immer noch 318 000 Euro fällig, aber die Forderungen des Antrags fielen ganz unter den Tisch. Angesichts der im Raum stehenden Summen, fragte Erwin Zehrer (CSU), ob es nicht sinnvoller sei, gleich einen Neubau zu erstellen. Er schlug vor, dass der Bauausschuss einen Ortstermin im Juz-Ost ansetzen sollte: "Anschauen, abwägen und dann beschließen, was wir machen." Er meinte, es reiche, die Mindestanforderungen des Brandschutzes zu erfüllen und nicht Rieseninvestitionen vorzunehmen, wenn man das Gebäude vielleicht in zwei Jahren abreiße.
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Erst war nur eine behindertengerechte Rampe für das Jugendzentrum Dachau-Ost im Gespräch, dann nahm der geplante Umbau immer größere Ausmaße an. Damit würden auch die Kosten explodieren. (© npj)
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(SZ vom 13.10.2011)
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