Gewaltverbrechen in Petershausen Fürchterlicher Tatverdacht

Polizisten entdecken in einer Petershausener Wohnung zwei tote Frauen. Die Ermittler sprechen von einem Gewaltverbrechen - gegen einen 53-Jährigen wird Haftbefehl erlassen

Von Robert Stocker, Petershausen

Ein mutmaßlicher Doppelmord ist seit Dienstag Tagesgespräch in Petershausen. Beamte der Dachauer Polizeiinspektion haben am Montagnachmittag in einer Wohnung am Petershausener Bahnhof zwei tote Frauen aus Dachau aufgefunden. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse gehen die Ermittler der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck und die Staatsanwaltschaft München II von einem Gewaltverbrechen aus. Dringend tatverdächtig ist der 53-jährige Wohnungsinhaber, der vorläufig festgenommen wurde. Die Staatsanwaltschaft München II beantragte gegen den Mann Haft wegen zweifachen Mordes. Er wurde noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

In diesem Haus am Friedrich-Händel-Weg fanden Polizeibeamte die Frauenleichen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Wohnung, in der die Leichen der beiden 40-jährigen Frauen aus Dachau gefunden wurden, befindet sich in einem Mehrfamilienhaus am Georg-Friedrich-Händel-Weg in der Nähe des Bahnhofs. Es ist im Immobilienbesitz der Franziskanerinnen von Schönbrunn, wie die Sprecherin des Franziskuswerks, Sigrun Wedler, bestätigt. Nach SZ-Informationen lebten die beiden Frauen in einer Dachauer Einrichtung des Franziskuswerks. Mit dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei will das die Sprecherin des Franziskuswerks nicht bestätigen. Das Haus, in dem sich der Tatort befindet, liegt in der sogenannten Musikersiedlung, in der die Straßen nach berühmten Komponisten benannt worden sind. Es ist ein ruhiges Wohnviertel, in dem kaum Menschen zu sehen sind. Es sind Häuser mit kleinen Vorgärten, die beschaulich in der Sonne liegen. Am Dienstagvormittag ist das anders: Medienleute mit Filmkameras belagern das Haus am Georg-Friedrich-Händel-Weg 2. Vor dem Haus steht ein schwarzer Kastenwagen, den die Ermittler der Polizei dort geparkt haben. Spurensicherer der Kripo sind in der Wohnung im ersten Stock, um Beweismittel sicher zu stellen.

Die beiden Frauen waren als vermisst gemeldet

Angehörige meldeten die beiden Frauen am Montag als vermisst. Demnach waren sie seit Samstag verschollen. Bei der Suche überprüften Beamte der Dachauer Polizeiinspektion auch die Wohnung des 53-Jährigen in Petershausen. Denn die Frauen hatten Kontakt mit ihm. Als die Polizisten am Montagnachmittag die Wohnung öffneten, entdeckten sie die Leichen der Frauen. Die beiden 40-Jährigen waren nach SZ-Informationen psychisch krank. Die Kripo Fürstenfeldbruck nahm Ermittlungen auf. Die Spuren am Tatort legten schnell einen Verdacht gegen den 53-jährigen Wohnungsinhaber nahe. Er wurde daraufhin vorläufig festgenommen.

Spurensicherer der Kripo untersuchten am Dienstag den Tatort.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Die Kriminalpolizei setzte am Dienstag ihre Arbeit fort. Dabei ergaben sich deutliche Hinweise, dass die Frauen einem Gewaltverbrechen zum Opfer fielen. Ihre Leichen wurden im Institut für Rechtsmedizin in München untersucht. Das Ergebnis der Obduktion: Gewalteinwirkung gegen den Hals der Frauen. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft München II gegen den dringend Tatverdächtigen Haft wegen zweifachen Mordes beantragt. Im Laufe des Dienstags wurde der 53-jährige Arbeitslose dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl gegen den Mann erließ.

"Der Verdächtige hat sich noch nicht zu dem Geschehen geäußert", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Weder liegt ein Geständnis des Mannes vor noch sind die Hintergründe und das Motiv für die Tat bekannt. "Wir können den Tatablauf anhand der Spuren rekonstruieren." Nähere Details dazu will die Polizei noch nicht preisgeben - um die Ermittlungen nicht zu gefährden. "Das ist Täterwissen", erklärt der Sprecher des Präsidiums Oberbayern Nord.