Flossenbürg Der KZ-Häftling, der keiner war

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg veranstaltet am Mittwoch, 10. Mai, eine Lesung mit dem spanischen Autor Javier Cercas. Der Schriftsteller und Universitätsdozent werde aus seinem Buch "Der falsche Überlebende" lesen, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. Das Buch wurde unter anderem mit dem "Prix du livre européen 2016" ausgezeichnet. Cercas befasst sich darin mit dem Katalanen Enric Marco, der sich fast 30 Jahre lang als Überlebender der Konzentrationslager Flossenbürg und Mauthausen ausgegeben und seine angeblichen Hafterlebnisse geschildert hatte. Mehrere Jahre war Marco Präsident der Vereinigung der ehemaligen spanischen KZ-Häftlinge. 2005 deckte der Historiker Benito Bermejo auf, dass Marco niemals Häftling im Konzentrationslager gewesen war. Wenige Tage zuvor hatte Marco noch im spanischen Parlament eine Rede zum bevorstehenden 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen gehalten. Im Mittelpunkt der Lesung stehe, welche Gründe Marco hatte, wesentliche Teile seiner Biografie zu fälschen. Im Anschluss soll es ein Podiumsgespräch geben mit dem Autor, dem KZ-Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit und Karl Braun, dem Direktor des Instituts für Europäische Kulturwissenschaft der Universität Marburg.