Ein-Euro-Jobs in Dachau Viel besser als der Ruf

Das bundesweite Angebot der Ein-Euro-Jobs läuft aus. In Dachau muss sich damit ein Erfolgsprojekt verabschieden.

Von Petra Neumaier

Kurz bevor das Modell des Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose bundesweit ausläuft, zieht Peter Schadl, Leiter des Jobcenters, eine positive Bilanz für den Landkreis Dachau. Und er hofft auf das neue Modell der Bürgerarbeit, bei dem es allerdings noch erste Anlaufschwierigkeiten bei der Genehmigung von Stellen durch das zuständige Bundesverwaltungsamt gibt. Die Zusage hängt davon ab, ob die jeweilige Tätigkeit im öffentlichen Interesse ist.

Im Jahr 2008 gab es im Landkreis 131 sogenannte Arbeitsgelegenheiten, landläufig auch als Ein-Euro-Jobs genannt. Heuer werden es nur rund 87 sein. Und das, obwohl das Jobcenter fast durchweg positive Erfahrungen gemacht hat. Peter Schadl: "Etwa 30 Prozent der Ein-Euro-Jobber hat hinterher eine regelmäßige Arbeit gefunden. Das ist eine höhere Quote, als andere Landkreise aufzuweisen haben." Als ausschlaggebenden Grund nannte er die hohe Qualität bei der Auswahl der Stellen, der Bewerber und des Trägers, der als Vermittler zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Jobcenter diene. Jener biete zusätzlich den Arbeitslosen noch Qualifizierungen an sowie spezielle Trainingseinheiten, in denen er lerne, worauf es heute den Unternehmen ankomme. "Und dieses Konzept ist erfolgversprechender, als die Leute nur irgendwo arbeiten zu lassen", sagt Peter Schadl.

Vermittelt wurden junge Arbeitslose wie ältere, Frauen wie Männer. Einige von ihnen kamen auf dem Bauhof unter, andere in pflegerischen Berufen, in Kindergärten, als Betreuer für ältere Menschen, in Tierheimen aber auch in Verwaltungen und Behörden. "Wir versuchen unterschiedliche Bereiche anzubieten. Und erfahrungsgemäß ist sogar gar die Richtung nicht ausschlaggebend für eine spätere Integration in eine feste Stelle", erklärt der Geschäftsführer des Jobcenters. Denn vielen Firmen sei wichtig zu sehen, dass jemand die sechs Monate Arbeit durchgestanden habe - "und das Vorurteil, dass Hartz IV gleich faul bedeutet, nicht stimmt".

Trotzdem ist Peter Schadl diese Art der Arbeitsbeschaffung zu wenig. Er setzt sich vehement dafür ein, mehr Stellen in der sogenannten Bürgerarbeit zu schaffen. Mindestens für zwei Jahre ist hier die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gesichert, zu einem tariflichen Lohn. Das Problem jedoch: Potentielle Arbeitsstellen, die von öffentlichem Interesse sein sollen, müssen vom Bundesverwaltungsamt erst genehmigt werden. Dieses zahlt nämlich einen pauschalen Zuschuss. 50 Plätze hat das Dachauer Jobcenter beantragt, wenn es 15 bis 20 Plätze genehmigt bekommt, ist Peter Schadl schon zufrieden. Denn bislang wurden alle Stellen, die er für das Beschäftigungsmodell vorgeschlagen hatte, wie Arbeiten bei Bauhöfen, vom Bundesverwaltungsamt negativ bewertet.

Der Geschäftsführer gibt aber nicht auf und verhandelt weiter. Schon vorab wurden potentielle Kandidaten aktiviert, die Rückmeldungen waren nach der ersten Gruppeninformation durchweg positiv. Optimistisch ist Peter Schadl, in Kürze einige Stellen genehmigt zu bekommen und mit diesem Beschäftigungsmodell die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis weiter zu senken. Die hat bereits den niedrigsten Stand in der gesamten Region München erreicht.