Dachau Mit zwölf Jahren ins Konzentrationslager

Die KZ-Gedenkstätte setzt ihre neue Veranstaltungsreihe "Dachauer Zeitzeugen" mit dem ehemaligen Dachau-Häftling Max Volpert fort. Am Mittwoch, 27. Juli, wird die Leiterin der Gedenkstätte, Gabriele Hammermann, zunächst einen einleitenden Vortrag halten. Dann führt sie ein Gespräch mit dem Zeitzeugen über dessen Leben und dessen Schicksal. Max Volpert war 1944 im Alter von gerade mal zwölf Jahren aus dem litauischen Kaunas nach Kaufering in ein Außenlager des KZ Dachau verschleppt worden.

Am Mittwoch wird der jüdische Überlebende von den unmenschlichen Lebensbedingungen berichten, die dort herrschten, auch von seinem sogenannten Alltag und der Schwerstarbeit, die seinen Vater letztlich das Leben kostete. Max Volpert kam am 7. September 1931 in Kaunas auf die Welt. Mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Ralia musste er im August 1941 in das Ghetto Kaunas übersiedeln. Dort arbeitete er als Übermittler von Nachrichten, bis das Ghetto im Herbst 1943 in ein Konzentrationslager umgewandelt wurde. Bei der Räumung des KZ Kauen im Juli 1944 wurde die jüdische Familie in Güterwaggons verladen - Max Volperts Mutter und seine Schwester wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Zusammen mit seinem Vater erreichte Max Volpert am 15. Juli 1944 das KZ-Außenager Kaufering. Dort - im größten Außenlagerkomplex des KZ Dachau - leisteten beide Zwangsarbeit. Sie und ihre Mitgefangenen mussten Bunkeranlagen für die Kriegswirtschaft errichten. Max Volperts Vater wurde krank und starb. Kurz vor Kriegsende wurden die Kauferinger Lager geräumt und die Häftlinge auf Todesmärschen nach Dachau getrieben. Von dort wurden sie Richtung Süden gezwungen. Unter ihnen befand sich auch der dreizehnjährige Max Volpert, der am 2. Mai 1945 bei Waakirchen bei Bad Tölz von den Amerikanern befreit wurde. Heute lebt Max Volpert im israelischen Bat Jam, einer Stadt nahe Tel Aviv. Seit 1963 kommt er nach Deutschland, um als Zeitzeuge von seinem Schicksal zu berichten.

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 27. Juli, 19 Uhr, im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte, der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht notwendig.