Dachau Josef Mederer weit voraus

Der oberbayerische Bezirkstagspräsident aus Altomünster gewinnt die Wahl mit 49,57 Prozent. Hoffnungen auf den Einzug in den Bezirkstag kann sich allenfalls noch Parteifreundin Rosmarie Böswirth machen.

Von Walter Gierlich

Freude bei den Siegern: Landrat Hansjörg Christmann (li.) und OB Peter Bürgel (re.) rahmen Bernhard Seidenath und Josef Mederer (2. v. re.) ein.

(Foto: joergensen.com)

Nicht nur bei der Landtagswahl, auch bei der Wahl zum oberbayerischen Bezirkstag hat die CSU nach dem Rückschlag 2008 am Sonntag im Landkreis Dachau wieder mehr als die Hälfte der Zweitstimmen zurückerobert: Nachdem am Montagnachmittag alle Ergebnisse aus den 169 Wahlbezirken vorlagen, stand fest, dass die Christsozialen 51 Prozent erreichten. Bezirkstagspräsident Josef Mederer aus Altomünster legte bei den Erststimmen um etwa fünf Prozent zu und erreichte am Sonntag 49,57 Prozent. "Das gute Ergebnis freut mich gewaltig", sagte Mederer, der von 2000 bis 2008 Vizepräsident des Bezirkstags war und in den vergangenen fünf Jahren an der Spitze stand. Der Bezirkstag ist vor allem für die überörtliche Sozialhilfe sowie die Brauchtums- und Heimatpflege zuständig.

Auf Platz zwei bei den Erststimmen der Bezirkstagskandidaten kam im Landkreis Dachau SPD-Bewerberin Martina Tschirge aus Markt Indersdorf mit 14,94 Prozent. Gut drei Prozent dahinter folgt der Schwabhausener Bürgermeister Josef Baumgartner, der 12,87 Prozent der Stimmen holte. Der Dachauer Grünen-Stadtrat Thomas Kreß landete mit 8,02 Prozent auf Platz vier der Direktkandidaten. Einen erstaunlich Achtungserfolg erzielte Hans Eser, der als Kandidat der Bayernpartei 5,36 Prozent der Erststimmen verbuchen konnte, deutlich mehr als der Dachauer FDP-Stadtrat Alfred Stelzer, der auf lediglich 2,08 Prozent kam und damit noch hinter Lydia Bartmann von der ÖDP (3,14 Prozent) und Wolfgang Laske von den Piraten (2,26 Prozent) blieb. Nur der weitgehend unbekannte Bewerber Steffen Böhm von den Linken hatte

mit 1,75 Prozent noch weniger Erststimmen als Stelzer, der seit fünf Jahren im Dachauer Stadtrat sitzt. Mederer führt seinen Stimmenzuwachs im Vergleich zu 2008 auf zwei Faktoren zurück: Zum einen auf die bessere Gesamtstimmung für die CSU als vor fünf Jahren. Zum anderen - nicht ohne Stolz - auf seine Arbeit als Bezirkstagspräsident und seine Präsenz im Landkreis. "Ich kann viel mehr präsent sein als vorher, solange ich noch Bürgermeister war", erklärt er. Mederer hatte 2011 darauf verzichtet, noch einmal für das Amt des Rathauschefs in Schwabhausen zu kandidieren, um sich auf den Bezirkstag konzentrieren zu können. "Ich habe es ja so gewollt. Es war eine gut und richtige Entscheidung."

Noch weiß Mederer allerdings nicht, wie die Sitzverteilung in dem Gremium aussehen wird, für das es keine Fünf-Prozent-Klausel gibt. Chancen auf einen Einzug über die CSU-Liste hat auch die frühere Kreisbäuerin Rosmarie Böswirth, die bis zum oberbayernweiten Gesamtergebnis bangen muss. Mederer rechnet damit, dass die CSU um drei oder vier Mandate unter der Mehrheit der Sitze bleiben wird. "Wir werden wieder einen Partner brauchen", glaubt er.

Dieser Partner war bisher die SPD-Fraktion, der mit ziemlicher Sicherheit die Landkreis-Bewerberin Martina Tschirge nicht angehören wird. Sie habe auch nicht ernsthaft mit einem Einzug gerechnet, erklärt sie und freut sich, dass sie in Vierkirchen, wo sie im Rathaus arbeitet, immerhin 23,54 Prozent erreicht hat. Noch deutlich mehr hat Baumgartner in Schwabhausen geholt: Er kam in seinem Heimatort auf 36,23 Prozent. Das habe ihm gezeigt, dass die Schwabhausener seine Arbeit als Bürgermeister anerkennen, sagt er, doch mit einem Einzug in den Bezirkstag habe auch er nicht ernsthaft gerechnet. Das hat auch Stadtrat Thomas Kreß nicht, der in Dachau mit 11,32 sein bestes Ergebnis erzielte. Für ihn ein Beweis, dass Präsenz über einen langen Zeitraum mehr bringt als Wahlkampf in den Sommerferien.