Dachau Hackerangriff auf Geschichtsverein

Die Webseite des Vereins "Zum Beispiel Dachau" wird komplett zerstört. Wer tut so etwas? Der Vorsitzende hat einen furchtbaren Verdacht.

Es muss jemand viel Zeit und Sachverstand aufgewendet haben, denn die Internetpräsenz des Geschichtsvereins "Zum Beispiel Dachau" wurde völlig zerstört. Die Webseite zbdachau.de war in der vergangenen Woche aus dem Netz verschwunden. Der Verein wertet den Verlust als einen professionellen und gezielten Hackerangriff. Nur mit Mühe habe der Webmaster der Seite einige Inhalte wieder aus den Tiefen des Internets herausfischen können. Einige Inhalte mussten neu erstellt werden. "Wir nehmen an, dass der Angriff von rechtsradikaler Seite kam", sagt der Vereinsvorsitzende Karl Hönle. Er will Anzeige erstatten und den Vorfall dem Verfassungsschutz melden. Er sieht den Hackerangriff in einer Reihe mit anderen Demonstrationen und Angriffen von rechtsextremer Seite, darunter eine Kundgebung von Neonazis vor der Arbeitsagentur in Dachau im vergangenen Jahr und ein Drohbrief mit Tierorgan an den Verein Freiraum. Auch den Diebstahl des KZ-Tores sieht Hönle rechtspolitisch motiviert. Kürzlich wurde ein Plakat des Runden Tisches gegen Rassismus überklebt. "Wir sehen da einen roten Faden", sagt Hönle. Davida Düring aus dem Vereinsvorstand spricht von "Attacken, die sich eindeutig häufen". Im Verein vermutet man, dass jemand es gezielt auf die Einträge zur Geschichte des KZ Dachau und dem Schicksal der Häftlinge abgesehen hat. In Vorbereitung auf den 70. Jahrestag der Befreiung will der Verein trotzdem neue und erweiterte Inhalte ins Internet stellen.