Dachau Gauck empfängt KZ-Überlebende

Mitglieder des Dachau-Komitees zu Besuch beim Bundespräsident

Abba Naor hat schon einigen Politikern, auch Staats- und Regierungschefs die Hand geschüttelt, aber bisher noch nicht Bundespräsident Joachim Gauck. Am Donnerstag war der Überlebende des KZ-Dachau und Vertreter der ehemaligen Landsberg-Häftlinge im Internationalen Dachau-Komitee CID, in den Sitz des Bundespräsidenten in Schloss Bellevue in Berlin eingeladen. "So etwas passiert nicht jeden Tag", sagt der 86-Jährige. "Das hat mich bewegt." Naor wurde im Alter von 13 Jahren gezwungen, mit seiner Familie ins litauische Ghetto Kaunas zu ziehen und musste seine Jugend in den KZ Stutthof und den Dachauer Außenlagern Kaufering I und Utting verbringen.

Mit Naor waren weitere 22 Überlebende verschiedener Konzentrationslager eingeladen. Darunter Vladimir Feierabend, der als Jugendlicher ebenfalls im KZ Dachau gefangen gehalten wurde. Auch Leiter verschiedener Gedenkstätten nahmen teil, so auch Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau. In seiner Rede vor einem gemeinsamen Mittagessen mit den Gästen, sagte Joachim Gauck, die Namen der Lager seien "Namen einer Schuld, die auch die Nachgeborenen und die an den Verbrechen Schuldlosen in Pflicht und Verantwortung nimmt". Diese sollten für diese und nächste Generationen "Mahnung und Auftrag sein", so etwas nicht wieder zuzulassen. Es sei nicht selbstverständlich, dass Überlebende der nationalsozialistischen Verbrechen wieder deutschen Boden betreten, sagte Gauck.