Dachau Fünf neue Stolpersteine

Erstmals erinnert die Stadt Dachau an Opfer der Nazi-"Euthanasie"

Die Stadt Dachau verlegt weitere fünf "Stolpersteine" zur Erinnerung an Dachauer Opfer des Naziregimes. Darunter sind erstmals auch behinderte Menschen, die in den "Euthanasie"-Aktionen der Nazis ermordet wurden. Das sind: Alwine Dölfel (Augstenfelder Straße 20), Therese Wildmoser (Benediktenwandstraße 3) und Maria Linner (Gottesackerstraße 5). Zwei weitere Stolpersteine kommen für den Arzt Samuel Gilde (St.-Peter-Straße 2) dazu, der in der Pogromnacht 1938 aus Dachau vertrieben wurde, sowie den Kommunisten Johann Eisenmann (Münchner Straße 24b), der unter ungeklärten Umständen in der Gestapohaft ums Leben kam. Die Gedenktafeln aus Messing werden am 4. Mai vor den letzten Wohnorten der fünf Bürger ins Trottoir eingelassen.

Am Abend um 18.30 Uhr stellen Vertreter des "Arbeitskreises Stolpersteine" die Biografien der fünf Dachauer vor. Im Mai 2005 wurden in Dachau die ersten drei Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig für jüdische Bürger verlegt, die in der Nacht zum 9. November 1938 aus der Stadt gejagt wurden. 2014 folgten vier weitere zehn mal zehn Zentimeter große Messing-Karrées im Stadtgebiet, die Passanten innehalten und sich fragen lassen sollen: War da was?