Dachau Frauen am Steuer

Elisabeth Dorn hat seit 1968 ihren Führerschein - und ist viele Jahre lang unfallfrei gefahren. Die 75-Jährige erklärt, warum Frauen die besseren Autofahrer sind.

Ein Interview von Katharina Leistner

Elisabeth Dorn ist eine der drei Frauen, die die Kreisverkehrswacht am Dienstag für langjähriges, unfallfreies Fahren im Landratsamt geehrt hat. Die 75-Jährige hat 1962 ihren Führerschein erworben und ist seitdem regelmäßig mit dem Auto unterwegs. Seit kurzem wird sie dabei von ihrer Hündin Resi begleitet. Mit der Süddeutschen Zeitung sprach die pensionierte Bewährungshelferin über Sicherheit im Straßenverkehr.

Elisabeth Dorns Tipp für unfallfreies Fahren: lieber defensiv bleiben.

(Foto: dpa)

Frau Dorn, wie oft sind Sie mit dem Auto unterwegs?

Früher saß ich für meinen Beruf regelmäßig hinter dem Steuer. Ich habe auch Reittherapie auf meinem eigenen Hof angeboten, musste meine Pferde versorgen und bin die umliegenden Bauernhöfe abgefahren, um Heu zu besorgen. Früher bin ich lieber geritten. Da das in der Stadt aber unmöglich ist, musste ich erst einmal mit dem Auto zu ihnen fahren. Ohne Auto kein Pferd - so ist das. Aber auch heute fahre ich noch zum einkaufen. Mittlerweile bin ich vorsichtiger geworden, aber in den letzten fünf Jahren war ich drei Mal mit dem Auto in Frankreich.

Was heißt für Sie sicheres Fahren?

Defensiv bleiben. Wenn mir jemand die Vorfahrt nimmt, bremse ich.

Ist Ihnen denn wirklich noch nie ein kleiner Unfall passiert?

In 48 Jahren fährt man sich natürlich die eine oder andere Schramme in den Lack. Und dann gab es kleinere Vorfälle, an denen ich aber keine Schuld getragen habe. Ein mal ist mir zum Beispiel ein junger Mann hinten aufgefahren. Eine Wespe hatte ihn abgelenkt. So etwas passiert einfach.

Sie wurden neben zwei anderen weiblichen Fahrerinnen ausgezeichnet. Glauben Sie, dass Frauen besser Auto fahren?

Ein wenig. Das kommt vielleicht daher, dass die Frau dazu da ist, Leben zu schützen. Der Mann ist ein Kämpfer und steht daher häufig unter dem Zwang, sich zu behaupten.

Interview: Katharina Leistner