Dachau "Ein Schlag ins Gesicht der Opfer"

Das Dachauer KZ-Krematorium als Puzzle: Die Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeld fordert Amazon auf, das geschmacklose Spielzeug aus dem Handel zu nehmen.

Von Walter Gierlich

- Als "unglaublich geschmacklos" bezeichnet die CSU-Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt ein Puzzle mit einem Foto des Krematoriums in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Die CSU-Landesgruppenvorsitzende hatte durch Zufall erfahren, dass ein solches Puzzle in den USA vertrieben wird, wie sie in einer Presserklärung mitteilt. "Es handelt sich um ein Spielzeug, das für Kinder ab acht Jahren verkauft wird. Für die Überlebenden des KZ Dachau und die Familien der Opfer ist dies ein Schlag ins Gesicht", meint die Wahlkreisabgeordnete für Dachau-Fürstenfeldbruck.

Doch sie wollte es nicht nur bei der Empörung belassen. Für sie sei schnell klar gewesen, dass man etwas gegen eine solch geschmacklose Geschäftemacherei unternehmen müsse. Daher habe sie sich an den Online-Versand Amazon gewandt und den Konzern aufgefordert, den Vertrieb des Puzzles einzustellen. "Ich habe mich auch mit dem Fotografen selbst in Verbindung gesetzt und ihn darum gebeten, das Bild nicht weiter zu vermarkten", teilt Hasselfeldt weiter mit.

Der Fotograf verkaufe eine Vielzahl von Puzzles mit Urlaubsmotiven und Sehenswürdigkeiten aus aller Welt. Die CSU-Bundestagsabgeordnete geht daher nicht davon aus, dass er aus ideologischen Motiven gehandelt hat. Sie hoffe nun, dass sowohl der Fotograf als auch Amazon rasch reagieren und das Puzzle aus ihrem Sortiment nehmen, schreibt Hasselfeldt. "Die KZ-Gedenkstätte Dachau ist ein Ort der Erinnerung an das Leiden unzähliger Menschen. Damit sollte man nicht spielen."