Dachau Die Frist läuft ab

Ende des Monats muss die griechische Schule endgültig das sanierungsbedürftige Gebäude in Mitterndorf verlassen. Der Mietvertrag zwischen Stadt und Generalkonsulat wurde bereits vor drei Jahren gekündigt.

Von Petra Schafflik

Den 70 Kindern, die derzeit noch die griechische Schule im Dachauer Stadtteil Mitterndorf besuchen, steht wohl ein Schulwechsel bevor. Denn die private Einrichtung, die der griechische Staat betreibt, wird zum Ende dieses Schuljahres ihre Pforten schließen müssen. Bereits vor drei Jahren hatte die Stadt den Mietvertrag für das Schulhaus mit Frist 2013 gekündigt. Das Gebäude genügt vom Brandschutz her längst nicht mehr den Anforderungen. Die Übergabe der Räume sei für Anfang August vom griechischen Generalkonsulat bestätigt, sagte Kämmerer Thomas Ernst auf Nachfrage von Stadträten im Familien- und Sozialausschuss. Ersatzräume habe der Schulträger bislang aber nicht gefunden, ergänzte Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU). Die betroffenen Eltern, die erst vor wenigen Monaten vom Aus der Schule erfahren haben, wollen nicht so schnell aufgeben. "Wir hoffen noch", sagt Apostolos Partalas vom Eltern- und Vormundschaftsverein der Schule.

Bald werden die Klassenzimmer für immer leer sein: Der Mietvertrag für die griechische Schule läuft zum Schuljahresende endgültig aus.

(Foto: Jørgensen)

Vor allem aus Dachau, Karlsfeld und dem Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck schicken griechische Familien seit vielen Jahren ihre Kinder auf die griechische Schule, die früher in Karlsfeld logierte und seit 1990 in Mitterndorf untergebracht ist. In der Grund- und Teilhauptschule werden bislang Mädchen und Jungen in den ersten sechs Jahrgangsstufen unterrichtet. Danach wechselten die Kinder ans griechische Gymnasium nach München, berichtet Partalas. Eltern, die ihre Kinder gezielt auf die griechische Schule schicken, sei speziell der Unterricht in der Muttersprache wichtig, betont der Elternsprecher. Wenn die Schule in Mitterndorf jetzt schließt, können die Schüler an deutsche Regelschulen oder zur griechischen Schule in Pasing wechseln. Die Eltern würden wohl "teils, teils" entscheiden, so Partalas. Gerade für die Erst- und Zweitklässler sei der weite Schulweg bis München mühsam.

Das Aus für die griechische Schule am Standort Mitterndorf war seit langem absehbar. Denn bereits 2010 hat die Stadt den Mietvertrag mit Frist 2013 gekündigt. Damals wurden noch einmal 90 000 Euro investiert, "als Übergangslösung für die verbleibenden drei Jahre", so Ernst. Doch für einen über diesen Zeitraum hinausgehenden Schulbetrieb wären grundlegendere und kostenträchtigere Baumaßnahmen vor allem für einen besseren Brandschutz und neue Rettungswege nötig, so Ernst. Mit der langen Kündigungsfrist sollte der Schulträger genug Zeit bekommen, um neue Räume zu finden. Das ist aber offenbar nicht gelungen.

Das griechische Generalkonsulat, das in Vertretung der Regierung als Vertragspartner der Stadt fungiert, war für eine Auskunft über die Zukunft der Schule nicht zu erreichen. Doch Oberbürgermeister Bürgel erklärte den Stadträten, dass die Suche nach einem neuen Standort ergebnislos verlaufen sei. Weil den Eltern die griechische Schule wichtig ist, haben sie sich ebenfalls an der Raumsuche beteiligt. "Wir brauchen ja kein ganzes Schulhaus, uns reichen sechs Klassenzimmer", so Partalas. Viel Zeit ist den Familien nicht geblieben, da sie erst vor wenigen Monaten von der Kündigung des Mietvertrags erfahren haben, erklärt Partalas.

Da seien die Kommunikationswege vom griechischen Generalkonsulat als Vertragspartner der Stadt hin zu den betroffenen Eltern "nicht ideal" gewesen, erklärte dazu Kämmerer Ernst den Stadträten. Fest stehe aber, dass das Schulhaus in Mitterndorf zum Ende des Schuljahres geräumt werde. Die Übergabe der Räume sei schriftlich vom Generalkonsulat zugesagt, so Ernst. Die Eltern hingegen wünschen sich eine Fristverlängerung, um ein Gebäude zu finden.