Dachau Den Todesmarsch überlebt

Zeitzeuge Nick Hope erzählt in Dachau seine Geschichte

Zum nächsten Dachauer Zeitzeugengespräch in der KZ-Gedenkstätte kommt Nick Hope, der aus der Ukraine stammt und im April 1942 nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt worden war. Am Mittwoch, 26. April, wird der Zeitzeuge um 19 Uhr im Besucherzentrum von seinem Schicksal erzählen.

Nick Hope wird am 7. September 1924 als Nikolai Choprenko in der ukrainischen Donezk-Region geboren. Im April 1942 wird er nach Deutschland verschleppt und muss in einer Munitionsfabrik im Süden Münchens Zwangsarbeit leisten. Als es in einem Teil der Fabrik zu einer Explosion kommt, wird er der Sabotage bezichtigt und in das Konzentrationslager Dachau eingewiesen. Dort trifft er am 26. Februar 1943 ein und erhält die Häftlingsnummer 44249. Bald darauf wird Nikolai Choprenko in das Außenlager Allach überführt, wo er im BMW-Werk erneut zur Arbeit gezwungen wird. Sein Häftlingsalltag ist von Hunger und Misshandlungen bestimmt.

Kurz vor Kriegsende wird das Außenlager Allach geräumt. Nikolai Choprenko wird auf einen Todesmarsch geschickt - bei seiner Befreiung Anfang Mai wiegt er noch 40 Kilogramm. Er kehrt nicht in seine Heimat zurück und arbeitet in Deutschland bei der US-Armee, bis er 1961 in die USA auswandert. Dort ändert er seinen Namen in Nick Hope. Heute lebt Nick Hope in Calistoga, einer Kleinstadt in der Nähe von San Francisco, USA. Er hat drei Kinder. Im Konzentrationslager Dachau und seinen zahlreichen Außenlagern waren zwischen 1933 und 1945 über 200 000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41 500 wurden ermordet.

Im Gespräch mit Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, berichtet Nick Hope am kommenden Mittwoch von seinem "Alltag" im Lager, vom Todesmarsch und von seinem Leben nach der Befreiung. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte, der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig. Das Gespräch findet teilweise in englischer Sprache statt und wird übersetzt.

Die KZ-Gedenkstätte ist vom Dachauer Bahnhof aus mit dem Bus 726 Richtung "Saubachsiedlung" zu erreichen. Die Fahrzeit beträgt etwa zehn Minuten.