Dachau Bischof von Galens Predigt

In Schönbrunn erinnert ein Mahnmal an die Euthanasie-Opfer.

(Foto: oh)

Gedenkgottesdienst für die Opfer der NS-Euthanasie

Durch die Forschungen des medizinhistorischen Instituts der Technischen Universität München hat das Thema der Euthanasie während der Zeit des Nationalsozialismus bedrückende Aktualität erhalten. Die Behinderteneinrichtung war wesentlich stärker in die Deportation verstrickt, als angenommen. Die Forschungen hatten die Franziskanerinnen von Schönbrunn selbst angestoßen, nicht aber mit einem so erschreckenden Ergebnis gerechnet. Der Opfer der Euthanasie gedenkt die Versöhnungskirche am Sonntag, 31. Juli, auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau. Denn vor 75 Jahren protestierte Bischof Galen gegen den NS-Krankenmord. Dazu findet ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt, der um elf Uhr beginnt.

Am 3. August 1941 hielt in Münster Bischof Clemens August Graf von Galen eine Predigt, in der er berichtet, dass jetzt auch in Westfalen aus Heil- und Pflegeanstalten Patienten abtransportiert werden und die Angehörigen wenig später die Mitteilung erhalten, der Kranke sei verstorben und die Leiche bereits eingeäschert. Er äußerte den "an Sicherheit grenzenden Verdacht, dass man dabei jener Lehre folgt, die behauptet, man dürfe sogenanntes ,lebensunwertes Leben' vernichten". Dem hält er entgegen, dass jede mit Überlegung ausgeführte vorsätzliche Tötung Mord sei. Diese Predigt wurde innerhalb ganz Deutschlands heimlich verteilt und hat - wenn auch nur vorübergehend - zu einer Einstellung dieser Tötungsaktionen beigetragen. Am 20. März 1941 wurden mit Dachauer SS-Bussen aus Schönbrunn zahlreiche Menschen deportiert. sz