Krankenhaus Dachau Anhörung wegen Klagen über Klinik

Geschäftsführer Christoph Engelbrecht muss sich wegen der massiven Beschwerden über schlechte bis miserable Pflege an seinem Haus im Kreistag verantworten

Der Geschäftsführer des Helios-Klinikums in Dachau, Christoph Engelbrecht, muss sich wegen der massiven Beschwerden über schlechte bis miserable Pflege an seinem Haus vor dem Dachauer Kreistag am Freitag, 21. Oktober, verantworten. Die Klagen mehren sich. Die SZ in Dachau erreicht genauso wie Landrat Stefan Löwl (CSU) eine düstere Beschreibung regelrechter Fehler in der Pflege. Der Sprecher der 17 Bürgermeister im Landkreis, Stefan Kolbe (CSU) aus Karlsfeld, forderte vergangene Woche bereits eine Anhörung im Kreistag zu den Vorfällen im Klinikum Dachau. Nach Löwls Einschätzung beschränkt sich die Kritik auf Dachau und betrifft nicht das Klinikum in Markt Indersdorf, das ein Zentrum der geriatrischen Rehabilitation ist.

Der Betriebsratsvorsitzende der Helios Amper-Klinikum AG, Claus-Dieter Möbs, ist von Landrat Löwl zu der Anhörung nicht eigens eingeladen worden. Der Landrat verwies auf die Öffentlichkeit der Sitzung des Plenums des Kreistags, die um 8.30 Uhr beginnt. Engelbrechts Anhörung ist gleich der erste Tagesordnungspunkt. Möbs sagte der SZ, dass sich Vertreter des Kreistags bei ihm sehr selten meldeten. Zuletzt die Sprecherin der Grünen, Marese Hoffmann. "Aber das ist auch schon wieder Monate her."

Im Kern geht es im Kreistag vermutlich um die Frage, wie das Ping-Pong-Spiel von Beschwerden auf der einen und der Präsentation von Lobeshymnen aus Patientenkreisen durch die Klinikgeschäftsführung auf der anderen Seite zugunsten einer klaren Analyse der Struktur des Klinikums abgelöst werden könnte. Löwl gibt die Perspektive vor, indem er sagt, dass der ökonomische Erfolg nicht nur aus dem ständigen Aufbau medizinischer Leistungen bestehe, sondern auch in einer optimalen Nachversorgung der Patienten.