Arnbacher Gespräche Dorf und Metropole in der Seelsorge

Die 33. Arnbacher Gespräche befassen sich mit den Folgen eines grenzenlosen Wachstums und der Rolle der Kirche

Seit 33 Jahren bietet die katholische Kirche über die Landvolkbewegung am Petersberg bei Erdweg Vorträge an, die den Blick auf wichtige regionale Themen geistig erweitern. Dieses Jahr lautet das zentrale Thema "Metropolregion - Gefahr für den ländlichen Raum?". Damit schließt die Katholische Landvolkbewegung an das Thema der Arnbacher Gespräche 2017 an, das sich mit dieser Frage bereits an zwei Abenden beschäftigte.

Doch das Thema ist weiter hochaktuell: Im Landkreis Dachau wohnen jetzt mehr als 150 000 Einwohner. Der Zuzug hält unvermindert an, mit allen sich daraus ergebenden Problemen, wie etwa Zunahme des Verkehrs, Flächenverbrauch, Infrastrukturmaßnahmen der Gemeinden, Grundstücks- und Mietpreiserhöhungen. Im Münchner Norden wehren sich die Bürger gegen den ungebremsten Flächenverbrauch, der zu Lasten der Bevölkerung geht, deren Lebensqualität einschränkt und bäuerliche Existenzen bedroht. Auch im Landkreis Dachau machen immer mehr Bürger auf die sich daraus ergebenden Probleme aufmerksam.

Den ersten Abend am Dienstag, 20. Februar, gestaltet Robert Lappy, Leiter der Abteilung Strategie- und Organisationsentwicklung im Erzbischöflichen Ordinariat München, zum Thema "Damit Kirche am Leben dranbleibt - Zukunftsfragen der Kirche im ländlichen Raum". Beginn im Pfarrhof Arnbach ist um 19.30 Uhr. Der Vortrag wird anhand sozialwissenschaftlicher Daten der Frage nachgehen, in welche Richtungen sich der ländliche Raum in den nächsten Jahren entwickeln könnte und welche Bedeutung die zunehmende Urbanisierung, der demografische Wandel und die Digitalisierung dabei spielen könnten.

Im zweiten Teil wird es um Wirkungen aus bereits abzusehenden kirchlichen Veränderungen gehen wie die zurückgehende Katholikenzahl, weniger pastorale Mitarbeiter und Priester, die abnehmende Akzeptanz von Kirche in der Gesellschaft, die Infragestellung von Gemeindebildern. Auf Basis dieser Befunde wird dann der Frage nachgegangen, wie die Kirche im ländlichen Raum zukünftig ihren Sendungsauftrag erfüllen kann und welche Handlungsansätze es dafür geben könnte. Denn ein "weiter so" ist sicher kein Ansatz, der Zukunft verspricht.

Der zweite Gesprächsabend findet am Donnerstag, 8. März, im Saal der Katholischen Landvolkshochschule Petersberg im Unteren Haus, in der Gemeinde Erdweg, Von-Soden-Weg 1 statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Es spricht Holger Magel, Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, zum Thema "Ländlicher Raum in der Boomregion München - eine aussterbende Spezies? Gedanken über die Folgen grenzenlosen Wachstums". Es gibt kein grenzenloses Wachstum ohne Schäden. Viele Verantwortliche des Regionalen Planungsverbands vertreten die Ansicht, dass ein weiterer Zuzug von 300 000 bis 400 000 Menschen verkraftbar sei. Man müsse halt hierfür nur die vorhandenen Flächen mobilisieren, eventuell mit Zwang. Die Folgen wären engst bebaute Stadtquartiere oder stereotype Hochhauslandschaften wie es sie in China bereits gibt.

Droht dieses Schicksal auch dem Münchner Umland? Die Bayerische Verfassung fordert gleichwertige Lebensbedingungen im ganzen Land. Der Vortrag soll zu räumlich übergreifendem und ganzheitlichem Denken und Verantwortungsbewusstsein anregen. Das Schicksal des Münchner Raumes hängt entscheidend mit der Zukunft und nachhaltigen Entwicklung Bayerns zusammen.

Der Teilnehmerbeitrag pro Abend beträgt fünf Euro.