Justizministerin Beate Merk will bayernweit 440 zusätzliche Sicherheitskräfte einsetzen. Im Dachauer Amtsgericht arbeiten die Wachtmeister seit den Todesschüssen und der Einführung von Sicherheitsschleusen schon bis zur Grenze der Belastbarkeit.
Mit großer Ungeduld hat das Amtsgericht Dachau auf die Entscheidung des Regierungskabinetts für eine Verstärkung der Sicherheit an bayerischen Gerichten gewartet. Denn die vier Justizwachtmeister haben seit der Bluttat vor knapp drei Wochen, bei der während eines Prozesses der Staatsanwalt erschossen wurde, bis zur Grenze der Belastbarkeit gearbeitet. Seitdem hätten die Wachtmeister, verstärkt durch einen Kollegen vom Oberlandesgericht München, neben ihren sonstigen Aufgaben jeden Besucher kontrolliert, wie der Geschäftsleiter des Amtsgerichts, Erich Frisch, der SZ sagte. Der Ministerrat beschloss gestern, bis 2014 insgesamt 140 neue Wachtmeisterstellen zu schaffen, die Hälfte davon schon bis zum 1. Juni dieses Jahres. Außerdem sollen bayernweit 300 weitere Wachmänner von privaten Sicherheitsunternehmen eingesetzt und zusätzlich in technische Sicherheitseinrichtungen investiert werden.
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In Dachau wurde nach dem Mord an einem Staatsanwalt bereits vor zwei Wochen eine Sicherheitsschleuse aufgestellt. (© DAH)
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In Dachau hofft man nun an der personellen Aufstockung "entsprechend zu partizipieren", wie Erich Frisch sagte. Wünschenswert seien ein weiterer Justizwachtmeister sowie zwei bis drei private Sicherheitskräfte. "Dann könnten wir für die Sicherheit der Mitarbeiter, der Besucher und des Sitzungsbetriebs sorgen." Wie schon seit der Bluttat am 11. Januar wird das Personal künftig beim Einlass in die beiden Gebäude, in denen Verhandlungen stattfinden, kontrollieren. Allerdings erklärte Frisch auch: "Eine hundertprozentige Sicherheit könne es auch mit unbegrenzt viel Personal nicht geben." Erste Maßnahmen wurden inzwischen schon getroffen: Im Gerichtsgebäude 1 steht bereits ein Metalldetektorrahmen. Auch für die Gebäude 2, in dem der 31-jährige Staatsanwalt Tilman T. vom Angeklagten erschossen wurde, und das Gebäude 3 sollen in kurzer Zeit Sicherheitsschleusen eingebaut werden. Bisher kontrollieren die Justizwachtmeister die Besucher mit Handsonden. Wie Frisch weiter sagte, versuchen die Mitarbeiter des Amtsgerichts wieder zur Routine zurückzufinden. Auch Richter Lukas Neubeck, auf den der 54-jährige Dachauer Transportunternehmer Rudolf U. Schüsse aus einer Pistole abgefeuert hatte, hat bereits wieder Strafsachen verhandelt.
Wir wollen, dass Bayerns Gerichtssäle künftig waffenfrei und angstfrei sind", sagte Justizministerin Beate Merk (CSU) gestern nach der Kabinettssitzung in München. Insgesamt 25 Millionen Euro will die Staatsregierung allein dafür bereitstellen. Zusätzlich sind für kleinere Baumaßnahmen, für neue Dienst- und Schutzkleidung sowie für die Aus- und Fortbildung der Wachleute 14,85 Millionen Euro vorgesehen. Merk wehrte sich gegen den Vorwurf, die Staatsregierung habe bereits im Frühjahr 2009 nach den tödlichen Schüssen im Amtsgericht Landshut verschärfte Sicherheitsmaßnahmen zugesagt, dieses Versprechen aber nicht eingehalten.
Die Justizministerin betonte, für jedes Gericht seien beispielsweise tragbare Handscanner zum Erkennen von Metallgegenständen angeschafft worden. Eine Erhöhung des Sicherheitspersonals, so ließ Merk durchblicken, sei 2009 politisch nicht durchsetzbar gewesen. Der Tod des jungen Staatsanwaltes im Amtsgericht Dachau habe nun einen Sinneswandel bewirkt. "Bisher", so Merk, "galt der Konsens, dass die Gerichte möglichst offen und frei zugänglich sein sollten."
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(SZ vom 01.02.2012)
Kapitalabzug aus Südeuropa
Bei allen Maßnahmen für Sicherheit sollte vor allem beachtet werden, dass der Bürger bei Gericht auch "Rechtssicherheit" erwartet! Und ein vor Gericht enttäuschter Kläger oder Beschuldigter ist natürlich zugleich ein Sicherheitsrisiko.
Nachfolgend ein wahrheitsgetreues Beispiel eines Vorfalles bei Gericht
welches an berechtigter Enttäuschung nicht zu überbieten ist, dazu folgendes:
Herr Josef S. hatte vor einem Amtsgericht gegen eine unberechtigte Forderung klagen müssen. Doch dem Kläger wurde buchstäblich das rechtliche Gehör verwehrt. Und dies in einer unsäglichen Art und Weise, fernab jeglicher Rechtsordnung, dazu folgendes:
Josef S. konnte es schriftlich belegen, dass von einem Gläubiger aufgelisteter Betrag schon beglichen war, deshalb legte er bei der mündlichen Verhandlung das Beweisblatt der Prozessrichterin vor.
Jetzt das unglaubliche: Die Richterin verweigerte die Augenscheinnahme!
Letztlich hat dann Josef S. den Betrag nochmals zahlen müssen, weil Ihm bei nicht Begleichung (des zu Unrecht geforderten Betrages) die Versteigerung des im Grundbuch eingetragenen Besitzes schriftlich angedroht wurde! Wie bitte! Das kann es nicht geben? ? ? Ja ja das möchte man meinen! Aber:
Dieser Sachverhalt kann schriftlich nachgewiesen werden!
Was bleibt einem Bürger als letztes Rechtsmittel? Selbstjustiz? ? ?
Ja, Notlösung, ja gut, aber natürlich kein Mord! Alternative?
An die Öffentlichkeit melden! Und auf welche Art und Weise?
Zum Bsp. so wie dieser Kommentar! Ach was, darauf hört doch kein Schwein, oder? Nunja, vielleicht doch! vielleicht ab dem Zeitpunkt der kürzlich erfolgten Bluttat?
Und wenn dem so sein sollte, dann fragt man sich: Warum muss erst etwas passieren, um ein Rechtliches Gehör zu erlangen? ? ?
Ein Justiz-Enttäuschter
ich erinnere mich an eine Begebenheit..da war eine Kreuzung ohne Ampel in meinem Heimatdorf Taufkirchen. Erster Toter -> Eingabe Stadtrat um Ampel -> abgelehnt -> zweiter Toter -> erneute Eingabe abgelehnt -> Kind des Bürgermeisters wurde dort verletzt -> Ampel war 2 Wochen später aufgestellt.
Das hier ist so ähnlich, hat man denn nicht immer gewusst was passieren kann, wenn man Leute ohne Sicherheitscheck vor Gericht bittet und sie dort manchmal ziemlich fertigmacht und unter Druck setzt ??!
So gesehen ist das absolut nicht verwunderlich wenn ab und an mal einer durchdreht und schiesst. Aber warum startet man die Sicherheitsverschärfung erst nachdem jemand erschossen wurde ? Weil diesmal jemand erschossen wurde, der ein guter Bekannter einer Ministerin ist ? Na, das wirds wohl sein, denn es wurden schon mehrere Staatsanwälte im Gericht erschossen, sogar Richter.. ist ein paar Jahre her. Damals ist nicht viel passiert.