City-Bus München bekommt eine neue Ringbus-Linie

Die neue Ringlinie verbindet diverse U- und S-Bahn-Stationen miteinander - ein Knotenpunkt ist beispielsweise der Ostbahnhof.

(Foto: Florian Peljak)

Damit mehr Menschen aufs eigene Auto verzichten: Die Busse mit den Nummern 58 und 68 schaffen lang ersehnte Direktverbindungen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von Andreas Schubert

Der Vorführbus der neuen City-Ringlinie hatte schon mal einige Minuten Verspätung. Das wundert aber nicht, schließlich ist extra Ilse Aigner (CSU) mitgefahren, seit Kurzem Bayerns Verkehrsministerin. Und bei so einem Anlass muss natürlich für Fotos posiert werden, was auch mal dauern kann: Vor dem Bus ein Bild mit Münchens Vize-Bürgermeister Josef Schmid (CSU) und dem Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Ingo Wortmann, und natürlich ein Ministerinnenfoto am Steuer des Busses. Aigners Gegenwart rührt daher, dass sich der Freistaat an der neuen Ringbus-Linie finanziell beteiligt. Da will schon für das Projekt persönlich geworben werden. Die wichtigsten Fakten zum neuen City-Bus:

Wie fährt der Bus?

Die Route verläuft wie folgt: Die Ringbusse starten am Hauptbahnhof Nord (Arnulfstraße; Anschluss zur U- und S-Bahn) und fahren durch die Luisenstraße zum Königsplatz (U 2/U 8). Weiter geht es durch die Maxvorstadt Richtung Universität und Giselastraße (U 3/U 6). Durch den Englischen Garten erreichen die Busse den Herkomerplatz, anschließend via Schreiner- und Possartstraße den Prinzregentenplatz (U 4). Weiter geht es über die Grillparzerstraße zum Ostbahnhof (U 5/S-Bahn) und via Orleansstraße und Welfenstraße zur Silberhornstraße (U 2/U 7) und zum Kolumbusplatz (U 1/U 2/U 7).

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Der weitere Weg führt durch die Humboldt-, Kapuziner- und Häberlstraße zum Goetheplatz (U 3/U 6) und durch die Goethe- und Paul-Heyse-Straße zum Hauptbahnhof Nord. In der Gegenrichtung beginnen und enden die Fahrten am Hauptbahnhof. Wichtig zu wissen: Im Uhrzeigersinn, also wie oben beschrieben, trägt die Linie die Nummer 58, in der Gegenrichtung die Nummer 68. Wenn die geplante Gartentram durch den Englischen Garten gebaut wird und kein Platz mehr für Busse auf der Trasse sein sollte, will die MVG die Linienführung anpassen. Man werde eine Alternative finden, sagt MVG-Chef Wortmann.

Was bringt das neue Angebot?

Die neue Linie soll die Innenstadtverbindungen entlasten, indem sie eben außenrum fährt. Denn nicht alle Fahrgäste wollen unbedingt mitten durchs Zentrum fahren, bisher bliebt ihnen allerdings kaum etwas anderes übrig. Der Ringbus erreicht auf seinem Rundkurs alle U-Bahnlinien und die S-Bahn-Stammstrecke. Er verkehrt bis 22 Uhr täglich mindestens im Zehn-Minuten-Takt. Der Abschnitt Hauptbahnhof bis Silberhornstraße wird zu Stoßzeiten in beide Richtungen im Fünf-Minuten-Takt bedient. Da auf den Strecken teilweise die Buslinien 54, 154 und 100 parallel verlaufen, kommt auf fast dem gesamten City-Ring alle fünf Minuten ein Bus. Im Spätverkehr (bis 1.30 Uhr) fahren die Ringbusse alle 20 Minuten.

Der Ringschluss schafft neue umsteigefreie Verbindungen zwischen Sendling, Haidhausen, Bogenhausen, Schwabing und der Maxvorstadt. Während die Fahrgäste bisher zur Weiterfahrt umsteigen mussten, schließen die Ringbusse Lücken, etwa am Hauptbahnhof, an der Silberhornstraße, am Ostbahnhof und an der Tivolistraße. Damit ergeben sich viele neue Direktverbindungen, etwa zwischen Baldeplatz und Ostbahnhof, Pinakotheken und Goetheplatz, Ostfriedhof und Prinzregentenplatz oder Herkomerplatz und Pinakotheken/Technischer Universität.

Wann startet der Ring-Bus?

Die MVG nimmt den City-Ring am Sonntag, 3. Juni, in Betrieb. Am Eröffnungstag verkehren auf dem Abschnitt Hauptbahnhof - Universität - Herkomerplatz von 11 bis 19 Uhr - als zusätzliche Wagen zwischen den Ringbussen - Oldtimerbusse im Zehn-Minuten-Takt. Die Mitfahrt auf dem gesamten City-Ring ist an diesem Sonntag zwischen 11 und 19 Uhr frei. An zentralen Haltestellen verteilen MVG-Mitarbeiter Infomaterial und Eis.

Was müssen Kunden beachten?

Die Buslinien 148 und 150 werden zum Sonntag eingestellt und hauptsächlich durch den neuen 58/68er ersetzt. Der Streckenabschnitt des 148ers zwischen Max-Weber-Platz und Ostbahnhof wird künftig durch die verlängerte Buslinie 155 abgedeckt (ab Ostbahnhof weiter via Karl-Preis-Platz und Ramersdorf zur Emdenstraße). Im Streckenabschnitt Ostbahnhof - Ostfriedhof - Silberhornstraße fährt die Linie 58/68.

Wie viele Busse fahren am Tag?

Zu Stoßzeiten sind insgesamt 19 Ringbusse im Einsatz und halten an 40 Haltestellen. In Summe gibt es bis zu 220 Fahrten am Tag.

Wer bezahlt die neue Linie?

Der Betrieb der Ringlinie ist zunächst für vier Jahre vorgesehen. 4,3 Millionen Euro lässt der Freistaat für diesen Zeitraum springen, die Investition in den öffentlichen Personennahverkehr versteht die Staatsregierung als Beitrag zur Verbesserung der Luft in der Stadt, indem mehr Menschen zum Verzicht aufs Auto bewegt werden sollen. Die Stadt München beteiligt sich mit 1,5 Millionen pro Jahr, die MVG zahlt 320 000 Euro. Nach vier Jahren soll sich die Linie dann von selbst rentieren.

Was ändert sich noch bei der MVG?

Von kommenden Montag, 4. Juni, an wird die U 2 als erste U-Bahnlinie ganztags auf einen Fünf-Minuten-Takt umgestellt. Dies gilt auch in den Schulferien. Ebenfalls am Montag startet der neue Stadtbus 149, der zwischen Ostbahnhof und Zamilapark im 20-Minuten-Takt verkehrt. Von Sonntag, 10. Juni, an, wird auch das Tram-Angebot verdichtet. Die Linie 28 verstärkt die 27er-Tram nun auch an Sonn- und Feiertagen zwischen 12 und 19 Uhr. Damit verdoppelt sich das Angebot in der Barer Straße auf einen Fünf-Minuten-Takt.

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