Von Christina Maria Berr

Christoph Maria Herbst will nicht immer nur der Fiesling aus dem Büro sein. Nun ist er erstmal auf Lesereise . Sein neuer Held ist der "Vollidiot" von Tommy Jaud. Mit Hörproben

Der Mann sieht verboten aus: Halbglatze, schlecht sitzendes Sakko und "Kinderschänderbart" - so nennt Christoph Maria Herbst den Schnauzer des unsympathischen Fieslings von der Capitol-Lebensversicherung. Der kleinkarierte, größenwahnsinnige Fiesling, das ist Herbst selbst.

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Der Schauspieler verkörpert nämlich die Serien-Figur von Pro Sieben. Stromberg fällt im Büro vor allem durch anzügliche Witze und eigenartige Sprüche auf. Da sagt er gerne mal: "Karriere ist kein Wattepusten" oder auch "Büro ist Krieg". Sätze, die Schauspieler Herbst eigentlich ganz witzig findet.

Doch: Christoph Maria Herbst ist Bernd Stromberg geworden. Und eigentlich will Herbst nicht immer nur der Stromberg sein. Denn, so meint er: "Noch beherrsche ich den Stromberg, ich will nicht, dass Stromberg irgendwann mich beherrscht, dass er übermächtig wird."

Eine Gegenmaßnahme: Christoph Maria Herbst ist gerade auf Lesereise und zwar nicht als Stromberg, sondern als Herbst. Der 40-Jährige liest aus Tommy Jauds "Vollidiot". Heute Abend ist er in der Muffathalle - und die ist komplett ausverkauft. Doch es ist zu hoffen, dass er wiederkommt. Denn: "Ich lese seit meinem Deutschleistungskurs so unglaublich gern."

Und außerdem, so meinte der Schauspieler mit den schmalen Lippen und dem trockenen pointierten Witz: "Ich habe noch schöne weiße Flecken im Terminkalender." Und das, obwohl nun auch noch die Kinofilme "Neues vom Wixxer" und "Die Aufschneider" erscheinen.

Doch wenn Herbst zurück ist vom Lesen, wird ihn wohl Stromberg wieder einholen: Eine dritte Staffel um den Versicherungsmann ist nämlich bereits abgedreht. Die acht Folgen sollen im Frühjahr erscheinen. Da wird "Stromberg auch mal mit Oberwasser" zu sehen sein, meint Herbst. Denn bislang ist er noch strafversetzt im Archiv. Und ihn dort zu lassen, so der Protagonist, wäre ziemlich unsexy.

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