Chef des Kreisverwaltungsreferats Blume-Beyerle für zweieinhalb Jahre wiedergewählt

Mit 64 denkt Wilfried Blume-Beyerle noch lange nicht an Rente. Die Münchner Stadträte haben ihn für weitere zweieinhalb Jahre zum Leiter des Kreisverwaltungsreferates gewählt. Ganz oben auf Blume-Beyerles Agenda: dem kleinkarierten Geist Einhalt gebieten.

Von Silke Lode

Der Traum eines jeden Politikers - er ist für Wilfried Blume-Beyerle wahr geworden: Nach 23 Jahren als Referent haben die Stadträte noch nicht genug von ihm. Sie haben ihn gebeten, seinen Rentenbeginn zu verschieben und weitere zweieinhalb Jahre das Kreisverwaltungsreferat (KVR) zu leiten, dessen Chef er seit 1998 ist. Nicht nur SPD und Grüne seien auf ihn zugegangen, berichtet Blume-Beyerle, auch die CSU habe gefragt, ob er nicht bleiben wolle.

Bei seiner Wiederwahl im Stadtratsplenum am Mittwoch lobt auch Johann Altmann von der Bürgerlichen Mitte seine Arbeit. Ohne Gegenkandidaten wurde Blume-Beyerle mit 69 von 70 Stimmen wiedergewählt - irgendwer hatte für die SPD-Stadträtin Beatrix Zurek gestimmt.

Dem 64-Jährigen kommt die Wiederwahl gelegen. Blume-Beyerles Sehnsucht nach Ruhestand hält sich in Grenzen, statt dessen zählt er die Dinge auf, die er bis zum 30. Juni 2016 noch angehen will. Ganz oben auf seiner Liste steht eine Überarbeitung der Sondernutzungsrichtlinien. Hinter dem sperrigen Begriff verbergen sich die Regeln, die zum Beispiel für die Außenbereiche von Cafés und Gaststätten gelten. Blume-Beyerle wünscht sich eine großzügigere Auslegung "im Sinne von Toleranz und Liberalität". Ihn stört der kleinkarierte und bürokratische Geist der Richtlinie, der sogar die Größe und Farbe von Sonnenschirmen vorschreibe.

Andere wichtige Themen drängen sich durch den Wandel Münchens auf. "Älter - mehr - bunter" - so fasst der Referent die Dynamik gern zusammen. Die wachsende Stadt macht dem KVR automatisch viel Arbeit: Mehr Ummeldungen, Umzüge, Geburten, Sterbefälle, Ausländer oder Trauungen - zugleich wird in der Behörde tendenziell eher Personal ab- als aufgebaut. "Diese Schere ist für das KVR das Hauptthema der nächsten Jahre", kündigte Blume-Beyerle an.