Champions-League-Finale Fußballfest mit Hindernissen

Ein Fußballfan verfolgt im "Stadion an der Schleißheimer Straße" das Champions League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona. 

(Foto: dpa)

Wo können die Fans beim Champions-League-Finale des FC Bayern diesmal in großen Public Viewings mitfiebern? Im Olympiastadion gibt es ein Konzert, in der Arena keinen U-Bahn-Anschluss - und der Ticket-Schwarzmarkt boomt.

Von Florian Fuchs und Julia Pieper

Zahlreiche Anhänger des FC Bayern waren schon kurz nach Abpfiff der Partie gegen den FC Barcelona auf der Straße. Am Siegestor feierten sie den Finaleinzug. Weite Teile der Stadt sind euphorisiert über die dritte Teilnahme der Münchner an einem Finale der Champions League innerhalb von vier Jahren - und dann auch noch gegen Borussia Dortmund. Deshalb soll der 25. Mai, der Tag des Endspiels in London, auch dieses Jahr wieder ein großes Fest werden.

Weil es aber Hindernisse für Public Viewings im Olympiastadion und in der Arena in Fröttmaning gibt, prüft Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) nun, wo in der Stadt Leinwände aufgestellt werden können. "Es haben sich mehrere Betreiber bei mir gemeldet, die ein Public Viewing auf der Theresienwiese veranstalten wollen", sagte Reiter der SZ am Donnerstag.

65.000 Menschen verfolgten vergangenes Jahr das Finale gegen Chelsea London in Olympiastadion, noch einmal 30.000 Anhänger versammelten sich auf der Theresienwiese. Im Jahr 2010, beim Endspiel gegen Inter Mailand, gab es ein Public Viewing in der Allianz Arena. Dies ist dieses Jahr schwierig, weil die Gleisbrücke über der Heidemannstraße im Münchner Norden vom 21. Mai an saniert werden soll. Dann werden fast 14 Wochen lang zwischen Studentenstadt und Kieferngarten keine Züge mehr fahren, sondern Ersatzbusse.

Mehr als eine Million Menschen zum Public Viewing erwartet

Die Münchner Verkehrsgesellschaft ist deshalb ohnehin schon sauer, dass der FC Bayern im Sommer Testspiele in der Arena plant. "Ich bin schon in Kontakt mit dem Chef der Allianz-Arena. Wir werden klären, ob sich das mit Schienen-Ersatzverkehr machen lässt", sagt Reiter, der es für sinnvoll erachtet, mehrere Standorte zu finden. Schließlich habe es im vergangenen Jahr einen deutlich sechsstelligen Interessenbedarf von Leuten gegeben, die das Finale als Massen-Event sehen wollten. In Frage komme auch die Messe in Riem.

Die Betreiber, die für die Theresienwiese angefragt haben, müssen sich nun bewerben, dann wird es eine Vergabe und einen Pachtvertrag geben. OB-Kandidat Reiter hat bereits mit Wilfried Blume-Beyerle gesprochen, dem Chef des Kreisverwaltungsreferats. Zustimmen müssten auch die zuständigen Bezirksausschüsse.

Ganz andere Organisationsprobleme hat die Olympiapark GmbH: Einen Tag nach dem Finale spielt Bruce Springsteen im Olympiastadion. "Wegen des Aufbaus für das ausverkaufte Konzert ist ein Public Viewing nicht möglich", sagt Sprecher Arno Hartung. Die Verantwortlichen prüfen aber, ob man nicht wie bei der WM 2006 eine Leinwand im Olympiasee oder an einer anderen Stelle im Park aufbauen kann.

Gemeinschaftsevent in Biergärten und Kneipen

Natürlich können Fans aber auch zum Nockherberg, Hirschgarten, Backstage oder in kleine Kneipen gehen: Die meisten Gastwirte kündigten am Donnerstag bereits an, das Finale auf jeden Fall zeigen zu wollen. Oder die Mitglieder des Vereins bewerben sich beim FC Bayern noch bis Sonntag 16 Uhr um Karten für London, die dann unter notarieller Aufsicht zugelost werden.

Den übrigen Anhängern, die das Spiel live im Wembleystadion verfolgen wollen, bleibt nur, horrende Preise auf dem Schwarzmarkt zu zahlen, bei Ebay will ein Händler schon jetzt 5999 Euro für eine Karte. Professionelle Ticketbörsen verlangen Preise jenseits der 1000-Euro-Marke.

Da kann man von Glück sprechen, dass ein weiteres Großereignis des FC Bayern kostenlos ist: Am 11. Mai, nach dem Heimspiel gegen Augsburg, werden die Spieler im Autokorso ins Rathaus fahren und gegen 20 Uhr auf dem Balkon die Meisterschaft feiern. Genaue Planungen müssen Verein und Stadt noch abstimmen.