Café Wiener Platz Hier gibt es Frühstück bis Mitternacht

Italien am Wiener Platz: Mit dem Frühstück Toscana lässt sich gut in den Tag starten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Im Café Wiener Platz in Haidhausen kann es schon vorkommen, dass man die sehr leckeren Omelette- und Rührei-Variationen neben dem ein oder anderen Politiker einnimmt.

Von Theresa Parstorfer

Das Erfrischende am Cafè Wiener Platz ist, dass es so normal ist. Wird einem der großstädtische Anspruch auf Coolness zu allgegenwärtig, ist man goldrichtig in dem geräumigen Café mit den kleinen, quadratischen, schwarzen Tischen und der großen Bar in der Mitte. Am Wiener Platz ist Zugehörigkeit zu dieser oder jener Stilrichtung unwichtig. So unwichtig, dass die Undefinierbarkeit glatt zum definierenden Merkmal erklärt werden könnte.

Wohlfühlen können sich hier Pärchen beim gemeinsamen Frühstück, aber auch die plaudernden Uni-Freundinnen beim lange fälligen Kaffee-Klatsch. Hier brüten Geschäftspartner über ihren Veträgen und der leidenschaftliche Zeitungsleser über dem aktuellen Tagesblatt. Genauso kann sich jedoch der Schreiber einsamer Gedanken ungestört am Einzeltisch gleich neben der Tür seinem Notizbuch widmen.

Was gibt's da? Und was kostet's?

So sieht es im Café Wiener Platz aus

Ruckzuck steht im Café Wiener Platz ein reichhaltiges Frühstück auf dem Tisch - die Auswahl ist groß, bunt und den ganzen Tag verfügbar. mehr ...

Ähnlich breit gefächert ist die Speisekarte. Neben dem ebenfalls umfangreichen Mittags- und Abendmenü (von Käsespätzle, Fleischpflanzerl bis hin zu Ravioli funghi e pollo und Kaiserschmarrn gibt es tatsächlich alles) liest sich das Frühstücksangebot wie eine lange Liste. Vor allem für den in Haidhausen erstaunlich günstigen Preis wird einiges geboten (immerhin steht am Pulli im Schaufenster des Designerladens nebenan schonmal ein dreistelliger Betrag und gleich um die Ecke befindet sich der nächste Bio-Rohkost-Supermarkt). Mexican, American, Toscana, Fitness oder Gourmet - die vorgeschlagenen Frühstückskombinationen kosten zwischen 4,20 und 11,50 Euro.

Unentschlossene können sich austoben und ihre eigene Frühstücksvariation zusammenstellen, während sich Nicht-so-Hungrige einfach für eine davon entscheiden: Für 5,90 Euro bekommt man beispielsweise zwei tellergroße, fluffige American Pancakes, wahlweise entweder mit Bacon, Ahornsirup oder Heidelbeeren oder auch mit Banane und Schokoladenchips. Zwischen 3,20 und 5,90 Euro rangieren verschiedene Bagel-Variationen und besonders zu empfehlen sind sowohl die Omelette/Rührei-Auswahl als auch die unterschiedlichen Sorten an Müsli, Obstsalat oder Joghurt.

Wichtig und vor allem spannend für Langschläfer und Spätaufsteher: Die Frühstückskarte wird am Wiener Platz nicht um 12 Uhr mittags eingepackt, sondern ganz selbstverständlich bis 24 Uhr an die Tische gebracht.

Wer geht da hin?

Zwischen Maximilianeum und Friedensengel kann es schon vorkommen, dass man sein Frühstück neben dem ein oder anderen Politiker einnimmt. Ebenso wahrscheinlich ist es, die gemütliche, mit Kunstleder überzogene Bank, die die Spiegelwände des Lokals säumt, mit alteingesessenen Münchnern zu teilen. Wie international es zugehen kann, wird deutlich, wenn die Unterhaltungen am Nebentisch auf einmal in Englisch, Spanisch oder exotischeren Sprachen geführt und Stadtpläne ausgebreitet werden.

Wie viel Zeit bringt man mit?

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Im Café Wiener Platz reißt einem weder der Kellner den erst halb leer gegessenen Teller unterm Besteck weg, noch wird einem der Sitzplatz von bereits Schlange stehenden Gästen streitig gemacht. Der Service ist professionell zurückhaltend, aber doch aufmerksam, das Lokal groß und gleichzeitig frequentiert genug, um sich nicht einsam zu fühlen. Ebenso wenig muss man allerdings befürchten, von der Lautstärke des Gesprächspegels erschlagen zu werden. Stören könnte man sich an der etwas abgenutzten, zehn Jahre alten Popmusik. Das Essen jedoch, das man für den Preis bekommt und auch der Blick auf den beschaulichen Wiener Platz machen einen Besuch lohnenswert. Alles ist frisch zubereitet und so schnell auf dem Tisch, dass der cremige Schaum der Wiener Melange gar keine Zeit hat, in sich zusammenzufallen, während man auf das Essen wartet.