Von Sarina Pfauth

Blümchen statt Totenköpfe: Früher trafen sich hier Punker, heute ist das Tagescafé Sirup in Haidhausen ein Ort für Kinder und Erwachsene, die geblümtes Kaffeegeschirr lieben.

Die Frau hinter der Verkaufstheke trägt eine türkisfarbene, taillierte Strickjacke mit kleinen weißen Pünktchen. So wie ihr Oberteil ist das ganze Café um sie herum: nostalgisch, verspielt, süß.

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Das Café Sirup in Haidhausen: Die Breznstangen kommen vom Bäcker aus dem Viertel, die Kuchen sind selbstgebacken. (© Foto: Pfauth)

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Das Tagescafé Sirup in der Preysingstraße in Haidhausen ist ein Ort für Menschen, die geblümtes Kaffeegeschirr und weiße Tortendeckchen aus papierner Spitze lieben. Auf den Tischen stehen Gerbera in Mini-Glasflaschen, es wird heiße Mandelmilch angeboten.

Gita Nouriani, die Dame mit der türkisfarbenen Strickjacke und eine der beiden Inhaberinnen, schäumt Milch auf, füllt sie in einen lilafarbenen Becher und steckt einen rosafarbenen Strohhalm hinein. Dann serviert sie das Getränk ihrer zweijährigen Kundin.

Kinder- und erwachsenenfreundlich

Im Café Sirup sind Kinder willkommen. Sie dürfen laut sein und herumflitzen, das Schaukelpferd und die dicken Malstifte benutzen. Und im Sommer können die Kinder auf dem autofreien Platz vor dem Café spielen.

Unter Eltern hat sich die Kinderfreundlichkeit offenbar herumgesprochen, das Café ist vor allem bei Müttern aus Haidhausen beliebt. Aber, und das betont Nouriani, das Sirup ist kein Kindercafé. Es bietet weder Kinderbetreuung noch eine Spielecke an.

Man kann aber auch gut ohne Kinder hierher kommen. Das Sirup ist nicht nur kinder-, sondern auch erwachsenenfreundlich. Zu den Gästen gehören die Mitglieder des Kirchenchors, der gegenüber in St. Johannes übt, Geschäftsmänner in ihrer Mittagspause, kinderlose Paare aus der Nachbarschaft und Cliquen von elfjährigen Mädchen, die gemeinsam Kakao trinken gehen.

Möbel mit Geschichte

Vor der Verkaufstheke stehen mit rosa Samt bezogene Hocker, alle Tische und Stühle im Raum haben ihren 30. Geburtstag wohl schon längst hinter sich. Die Hocker standen mal im Spielcasino in Bad Wiessee, und auch die anderen Einrichtungsgegenstände haben die Besitzerinnen Gita Nouriani und Julia Biehler fast alle gebraucht gekauft. Nouriani liebt alte Dinge, vor allem bei Möbeln ist ihr wichtig, dass sie eine Geschichte haben.

Früher befand sich in diesen Räumen eine Punkerkneipe mit großen Totenköpfen auf den Schaufensterscheiben. Davon sind nur feine Umrisse geblieben, die Nouriani auf den Scheiben manchmal noch beim Putzen entdeckt.

Im zweiten Abschnitt lesen Sie, ob der Kuchen schmeckt - und woher die Weißwürste im "Sirup" kommen.

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