BVB-Logo beim FC Bayern Provokation in der Arena

Ein Internetvideo zeigt, wie Gestalten nachts das Wappen von Borussia Dortmund an eine Wand in der Fröttmaninger Arena malen. Falls das Video echt ist, handelt es sich nicht nur um eine Provokation, sondern um eine Frage der Sicherheit.

Es soll nur ein Streich sein, der auf jenem 44 Sekunden langen Youtube-Video zu sehen ist. Mit wackliger Kamera ist gefilmt, wie vermummte Gestalten aus einem Aufzug steigen, einen Gang entlangrennen und sich in einem Saal mit Bartischen an der Fensterscheibe zu schaffen machen. Hinter der Scheibe, so scheint es, ist die leere Fröttmaninger Arena zu sehen, im Dunkeln.

Als die Gestalten fertig sind, prangt am Fenster das Wappen von Borussia Dortmund - jener Mannschaft, die dem FC Bayern in den vergangenen zwei Spielzeiten auf der Nase herumgetanzt ist und die am Samstag bei den Bayern antritt.

"Bayern foppen - in der VIP-Lounge..." heißt der Streifen. Ins Internet gestellt hat ihn eine Firma aus Wiesbaden, die für ihre Sprühkreide werben will. So erzählt es zumindest einer der Gründer der Firma, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Wenn man ein bisschen weiß, wie die Arena funktioniert, ist es kein großes Problem, sich reinzuschleichen", erzählt er.

Mehr Details nennt er nicht. Weder habe das Personal die vier Eindringlinge bemerkt, noch sei eine Alarmanlage losgegangen. "Auch da hatten wir eine Ahnung, wie wir es anstellen müssen, und es hat geklappt." Zwei Stunden soll die Aktion gedauert haben.

Weder die Betreiberfirma der Arena noch der FC Bayern wollten zu dem Video einen Kommentar abgeben. Für sie ist es womöglich mehr als ein Streich. Dabei geht es weniger um das Dortmund-Wappen, sondern um die Sicherheit. Es kann den Hausherren gar nicht recht sein, wenn es so leicht sein sollte, unbemerkt im Stadion herumzuturnen.

Für die Initiatoren könnte die Sache ein strafrechtliches Nachspiel haben. Falls die Sache zur Anzeige gebracht werde, müssten die Täter in jedem Fall mit einem Verfahren wegen Hausfriedensbruchs rechnen, sagt ein Sprecher der Münchner Polizei. "Allerdings wissen wir noch nicht, ob es sich um ein echtes Video oder eine Fälschung handelt."

Bis Montagabend war noch keine Anzeige eingegangen. "Wir haben keinen Schaden angerichtet", sagt der Mann, der sich als Initiator ausgibt. Das Logo sei ohne Aufwand wegzuwischen. "Und wenn die Polizei mich deswegen verhaftet, dann halte ich das aus."