Von Birgit Lutz-Temsch

Nach dem tödlichen Unfall auf der Bungee-Sprung-Anlage eines Münchner Veranstalters in Dortmund suchen die Ermittler nach der Ursache, warum das elastische Sprungseil gerissen ist. Mögliche Videoaufnahmen des Unglücks sollen der Polizei dabei helfen.

Die Polizei bat am Montag Besucher des Westfalenparks um Mithilfe bei der Klärung des Unfalhergangs. Zeugen des Unglücks sollten Fotos und Videoaufnahmen zur Verfügung stellen. Die Stadt Dortmund erklärte, sie werde die Untersuchungsergebnisse abwarten und sich dann mit dem Betreiber Gedanken über die Zukunft der Anlage machen. Bis dahin bleibe sie geschlossen.

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Am Sonntag war ein 31-Jähriger von der Bungee-Anlage am Dortmunder Floriansturm in 170 Metern gesprungen. Es war der erste tödliche Unfall beim Bungeespringen in Deutschland.

Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass der aus Mommenheim bei Mainz stammende Mann die Sicherungseinrichtungen ordnungsgemäß getragen hatte, berichtete die Staatsanwaltschaft Dortmund. Es gebe bisher auch keine Anhaltspunkte dafür, dass das Seil über die zulässige Zahl von Gesamtsprüngen genutzt wurde.

Das Seil der Anlage, die von der Münchner Jochen Schweizer GmbH betrieben wird, riss. Der junge Mann war auf der Stelle tot. Zwei Mitarbeiter der Betreiberfirma stehen noch unter Schock, teilte der Betreiber mit. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war das Seil in unmittelbarer Körpernähe des Springers gerissen.

"Wir bedauern diesen schrecklichen Unfall außerordentlich. Im Rahmen eines regulären Bungee-Sprunges kam es zu einem Systembruch", heißt es in einer am späten Sonntagabend verbreiteten Erklärung der Jochen Schweizer GmbH.

Zwischenfall im Oktober

Der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zufolge hatte es bereits im Oktober 2002 einen Zwischenfall auf der Dortmunder Anlage gegeben. Damals habe ein 33-jähriger Springer schwere Prellungen und Abschürfen im Gesicht erlitten und später Strafanzeige gegen den Betreiber erstattet. Vor dem Sprung sei er nur unzureichend angeleitet worden. Schweizer hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen.

Erst im September vergangenen Jahres war es an der Münchner Olympia-Regattastrecke zu einem Bungee-Unfall gekommen. Weil das Sprungseil zu lang war, schlug ein 21 Jahre alter Bundeswehrsoldat mit dem Kopf auf dem Boden auf und zog sich schwere Verletzungen zu.

Neben der Dortmunder betreibt die Jochen Schweizer GmbH Anlagen in Oberschleißheim bei München, Oberösterreich, Wien und Hamburg. Alle Sprunganlagen sind vorübergehend geschlossen. Im Internet wirbt die Firma momentan noch mit dem Slogan "Face your fears - die außergewöhnliche Erlebnisdimension, von einer Schließung ist auf der Seite nichts zu lesen.

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