Von Sarina Pfauth

Daniel Volk, FDP, ist erst seit einem Jahr Bundestagsabgeordneter. Er will frischen Wind in die Politik bringen - und erschreckt die Besucher seine Homepage.

Ein guter Politiker muss zuhören können und das aufnehmen, was die Menschen ihm sagen, findet Daniel Volk. "Das heißt nicht, dass man dem Bürger nach dem Mund reden soll - aber man soll seine Argumente anhören und abwägen in einer Entscheidung. Das ist die beste Tugend eines Politikers."

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"Mich reizt, dass ich meine Vorstellungen für eine bessere Politik für Deutschland einbringen und umsetzen kann": Daniel Volk ist seit 2008 Bundestagsabgeordneter und kandidiert für die FDP. (© Foto: oh)

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Seit knapp einem Jahr hat der FDP-Nachwuchsmann die Möglichkeit, tagtäglich daran zu arbeiten, seinem Idealbild eines guten Volksvertreters näher zu kommen: Volk rückte im November 2008 für Martin Zeil in den Bundestag nach, weil dieser von Berlin ins bayerische Wirtschaftsministerium wechselte.

Im Bundestag gehört Daniel Volk zur jungen Generation. "Wenn ich einige Kollegen im Bundestag sehe, die schon seit 35 Jahren im Parlament sind - die sind schon auf sehr stark eingefahrenen Bahnen, da kommt wenig Neues. Ich hoffe, dass ich frische Ideen in die Politik einbringen kann."

Bislang ist Volk öffentlich kaum aufgefallen. Nur einmal, im Februar, trat der Anwalt vor die Presse: Anfang des Jahres forderte die EU maximal 1,0 Gramm Salz je Kilogramm Brot, mit ihren Brezn liegen die bayerischen Bäcker rund ein Drittel über diesem Grenzwert. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Volk ahnte das "Ende der traditionellen Brezn" und forderte: "Europa steht für Freiheit - lasst den Bayern deshalb ihre Brezn."

Inzwischen ist klar: Die Bayern dürfen ihre Brezn behalten. Ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel sagte der Münchner Abendzeitung, die deutschen Verbraucher müssten sich keine Sorgen machen. "Ein Produzent müsste die Obergrenzen ja nur dann einhalten, wenn er Nährwert- oder Gesundheitsaussagen für sein Produkt treffen wollte. Ohne sie kann also weiterhin jeder Bäcker sein Brot mit soviel Salz backen, wie er will." So richtig in Gefahr war das Gebäck also nie, aber immerhin: Volk hat die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, sich volksnah und bayerisch zu geben.

Viel um die Ohren

Seit er Mitglied des Bundestags ist, hat der 39-Jährige auch die Schattenseiten des Politikerdaseins kennen gelernt. "Es ist eine sehr anstrengende Aufgabe. Darüber sollte sich niemand Illusionen machen", sagt er. "Als Bundestagsabgeordneter hat man sehr viel um die Ohren, wenn man diese Aufgabe ernst nimmt. Das Pendeln zwischen München und Berlin macht die Sache nicht einfacher."

Hergeben will er seinen Job aber nicht mehr. Deshalb kandidiert Volk nun bei der Bundestagswahl in München für die FDP.

Daniel Volk stammt aus Bremen. Der 39-Jährige, der in einer Kaufmannsfamilie aufwuchs, zog nach dem Abitur nach Würzburg und studierte dort Rechts- und Politikwissenschaften. 1996, mit 26 Jahren, schloss er sein Studium ab und trat in die FDP ein. Im gleichen Jahr wurde er Vorsitzender der Jungen Liberalen München.

Sein Rechtsreferendariat absoliverte er unter anderem an der Deutschen Botschaft in London. Nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen in München ließ er sich als selbständiger Rechtsanwalt in Dachau nieder.

Daniel Volk ist ehrgeizig: Neben der Arbeit und seinem politischen Engagement schrieb er eine Doktorarbeit über die Begrenzung kriegerischer Konflikte durch das moderne Völkerrecht, 2005 wurde er Lehrbeauftragter für Rechts- und Staatskunde an der Staatlichen Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum der Universität München, nun bringt er außerdem Studenten der Diploma Fachhochschule Nordhessen Arbeits- und Steuerrecht bei. Auch in der Partei lässt er nicht locker: Im Jahr 2000, da war er gerade mal vier Jahre Mitglied, wurde Volk stellvertretender Vorsitzender der FDP Oberbayern, zwei Jahre später saß er als Mitglied im Landesvorstand der FDP Bayern. Im Bundestag ist er nun im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union aktiv.

Direkt und unverblümt

Als seine politischen Schwerpunktthemen sieht er die Finanz-, Steuer- und Wirtschaftspolitik. "Ich setze mich in Berlin für mehr Freiheit und weniger staatliche Bevormundung ein", schreibt er auf seiner Website. "Da viele Entscheidungen, die Deutschland betreffen, mittlerweile in europäischen Institutionen getroffen werden, liegt ein weiteres Hauptaugenmerk meiner politischen Arbeit in der europäischen Wirtschafts-, Mittelstands- und Rechtspolitik."

Etwas hölzern klingen diese Sätze - hört man Daniel Volk aber im Begrüßungsvideo auf der Internetseite, zuckt man erst einmal erschreckt zusammen, so direkt und unverblümt wird man dort von ihm angesprochen und nach wenigen Sekunden wieder abserviert: Das Grußwort wird von einem Telefonklingeln unterbrochen - ein wichtiger Anruf natürlich - und Volk weist die Zuschauer zwar noch freundlich, aber sehr bestimmt an, bei weiteren Fragen eine E-Mail an ihn zu schicken. "Tschüss".

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