Drei Tage nach dem Mord an der 18-jährigen Abiturientin gehen Polizei und Staatsan-waltschaft einer brisanten Frage nach. Laut Bayerischem Rundfunk gab der in Untersuchungshaft sitzende Ehemann des Opfers an, ein Verhältnis mit der Mutter der Schülerin zu haben.

Dieses habe bereits vor Jahren begonnen, als die Frau mehrmals zu Ferienaufenthalten in Tunesien gewesen sei. Angeblich sei die einzige Möglichkeit, den Liebhaber legal nach Deutschland zu bringen, die Ehe mit der Tochter gewesen. Die Polizei wollte sich auf Anfrage zu diesem Sachverhalt nicht äußern.

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Die Schülerin hatte den Tunesier im vergangenen Sommer auch tatsächlich geheiratet. Der Mann war dann nach München gezogen, wo das Paar bei den Eltern der Schülerin wohnte. Die Ehefrau wandte sich aber wenig später von ihm ab. Im vergangenen Herbst zog sie von zu Hause aus und lebte seither in einer betreuten Wohngemeinschaft des Stadtjugendamtes.

Ihr Ehemann lebte weiter bei seiner Schwiegermutter in deren Wohnung. Am Samstag lauerte der Tunesier seiner Ehefrau in einem Hauseingang in der Unsöldstraße im Lehel, wo sie wohnte, auf und tötete die 18-Jährige mit zahlreichen Messerstichen.

Die Frau hatte zuvor den Abschluss ihrer schriftlichen Abiturprüfungen gefeiert. Gegenüber der Polizei erklärte der Mann seine Tat mit Eifersucht. Mit der Darstellung des Täters konfrontiert, dementierte die Mutter des Mordopfers heftig, ein Verhältnis mit dem Tunesier gehabt zu haben.

Gegenüber dem BR erklärte Oberstaatsanwalt Peter Boje, dass bei den Ermittlungen alle Beziehungen im Umfeld von Opfer und Täter überprüft werden müssten - also auch die zwischen dem Tunesier und seiner Schwiegermutter.

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(SZ vom 30.5.2007)