Der FC Bayern will sich um Breno kümmern - in der Untersuchungshaft hat ihn bislang aber noch niemand vom Verein besucht. Was in der Brandnacht geschah, ist indes immer noch ungeklärt. Angeblich war der Spieler verzweifelt und betrunken.
Drei Tage nach der Verhaftung von Bayern-Profi Breno sind längst nicht alle Fragen zum Brand im Grünwalder Haus des Brasilianers geklärt. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Ablauf der Brandnacht, die reichlich turbulent gewesen sein muss. Der FC Bayern ist derweil um Schadensbegrenzung bemüht. "Wir kümmern uns jetzt um Breno und seine Familie, aber das haben wir auch schon vorher getan", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger der SZ. Allerdings hat der 21-Jährige in der Untersuchungshaft bislang keinen Besuch von Bayern-Vertretern bekommen.
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Unter Brandstiftungsverdacht: Breno vom FC Bayern München. (© dpa)
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Seit Samstag ist der Fußballer in Untersuchungshaft, wer ihn dort besuchen möchte, muss einen Antrag stellen. Bislang war aber nur sein Anwalt Werner Leitner in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Von Vertretern des FC Bayern wurde nach SZ-Informationen noch kein Antrag gestellt. In Stadelheim ist Breno mit drei weiteren Häftlingen in der Krankenstation untergebracht. Leitner hofft darauf, dass rasch ein Termin angesetzt wird, um zu überprüfen, ob die Untersuchungshaft gerechtfertigt ist. Laut Staatsanwaltschaft steht noch kein Termin fest.
Offenbar ist immer noch unklar, was in der Nacht des Brandes in dem Haus geschah. Breno hatte schon Tage zuvor Besuch von einem brasilianischen Bekannten bekommen. Dieser wohnte im Gästezimmer des Hauses im Keller. Breno hatte angeblich 1,5 Promille und war verzweifelt, weil er kurz zuvor erfahren hatte, dass er erneut operiert werden sollte. Der Brasilianer laboriert seit langem an Knieverletzungen. In dem Haus spielten sich wohl dramatische Szenen ab. Ehefrau Renata floh am Ende mit den drei Kindern, der Freund wollte sich um Breno kümmern.
Nach Ansicht der Polizei soll Breno dann aber an mehreren Stellen Feuer gelegt haben. Gerüchte, dass wegen Drogenverdachts eine Haarprobe von Breno genommen worden sei, wollte niemand bestätigen. "Da würde nichts in diese Richtung rauskommen, und es gibt auch keine Hinweise dafür", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Er wies Vorwürfe zurück, der Verein habe sich nicht ausreichend um den jungen Familienvater gekümmert. Der Klub habe auch zweimal wöchentlich Sprachunterricht organisiert, heißt es aus dem Verein. Die Bayern gehen angesichts der langen Krankenakte von einer Kurzschlusshandlung des Profis aus. Nerlinger schließt, sofern sich die Lage wieder normalisiere, einen Verbleib des Spielers in München nicht aus: "Wir haben gesagt, dass wir ihn unterstützen, das wäre demnach darin beinhaltet."
Breno verhält sich in Stadelheim unauffällig. Sollte sich daran nichts ändern, könnte er bereits in den nächsten Tagen in die normale Haft verlegt werden. Dort könnte er dann auch am normalen Sportprogramm teilnehmen, sagte JVA-Chef Michael Stumpf der SZ.
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(SZ vom 27.09.2011/wib)
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Zynisch vielleicht, aber ansonsten liegen Sie leider nicht ganz richtig. In Rosenheim wurde später auch ein 15jähriger vom Polizeileiter mehr oder weniger brutal zusammengeschlagen.
Es geht nicht darum Brandstiftung, so es denn eine war!, zu verharmlosen. Aber es gilt immer noch das rechtsstaatliche Prinzip das man mit geeigneten Maßnahmen handeln soll (also nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen). Hätte es denn nicht gereicht ihm den Paß abzunehmen, eine Meldepflicht aufzuerlegen und/ oder seinen Arbeitgeber mit ins Boot zu nehmen?
Wie Sie wissen sind Justitia die Augen verbunden. Also dürften doch Bevölkerungszusammensetzungen etc. NICHTS mit Recht und Rechtsfindung zu tun haben.
Was mich ärgert sind diese Unterschiede. Bei Strauß jun. verschwinden Beweismittel aus der Asservatenkammer - und bei einem depressiven jungen Brasilianer holt man dann mit der ganz großen Keule aus obwohl es andere Möglichkeiten gegeben hätte. Und wenn Polizisten einen Menschen mit 16 Schüssen erschießen (=> Eisenberg) werden die nicht einmal vorübergehend vom Dienst suspendiert. Haben Sie nicht das Gefühl dass hier etwas nicht ganz stimmt in unserer bayerischen Justiz?
Etwas zynisch ist Ihr Beitrag schon.
Auf der einen Seite geht es um einen verzogenen und weit überbezahlten Balltreter, der aus seinem Lebensüberdruss raus ein durchaus erhebliches Delikt begangen hat,
auf der anderen Seite ist eine unbescholtene Familie von bayerischen Polizisten zuerst verprügelt und dann auch noch angezeigt worden.
Der Unterschied liegt darin, dass in ersterem Fall rechtsstaatlich gehandelt wurde, im zweiten Fall Bananenrechtsstaatlich.
Sollte in Berlin auf U-Haft gänzlich verzichtet werden, ist das sicherlich der speziellen Bevölkerungszusammensettzung mit hohem Politikeranteil geschuldet.
Nicht ganz umsonst ist München eine der sichersten Städte der Republik (Berlin ist eher am unteren Ende). Es geht hier nicht gegen Prominente (und solche die es werden wollen) bzw. Dunckelheutige, Brandstiftung ist kein Kavaliersdelikt!
@Sanstein: wenn jeder, der Probleme hinsichtliche seiner Zukunft und Versorgung der Familie zur Flasche greifen würde und im Suff was blödes tun würde, na dann gute Nacht. Da gibt es ganz andere Schicksale als Herrn Breno.
Wie gestern ein Rechtsgelehrter der LMU im BR klarstellte, ist U-Haft für Delikte wie sie Breno vorgeworfen werden in Bayern durchaus üblich.
Also in Bayern fährt man die harte Linie, gut zu wissen. Schade für Breno dass er nicht bei Hertha spielt. In Berlin kann man einen Mann fast zu Tode treten - und bekommt weder U-Haft noch muss man die verhängte Haftstrafe antreten (verbüßen?). So viel Unterschied muss sein. Denn "mia san mia". Und wo kämen wir denn hin wenn ein Dunkelhäutiger wegen "Verdunkelungsgefahr" nicht mal ein paar Tage in U-Haft sitzen kann? Angestellt hat er sicherlich was, ob es nun Brandstiftung war oder nicht.
Sollte Berno wirklich geistig krank sein (Depression), dann wäre es vielleicht gut ihm dasselbe Verständnis entgegenzubringen wie Alkoholikern, Drogensüchtigen oder Sexualstraftätern.
Im Zweifel für den Angeklagten gibt es in Bavaria nicht mehr. Dazu passen dann auch die brutalen Ausfälle der Polizei (die ganz harten kommen wohl aus Rosenheim).
Keine Frage: wenn jemand etwas verbrochen hat soll man ihn entsprechend bestrafen. Aber bitte mit Maß und Ziel. In Berlin exisitert kein Verbrechen dass schwer genug wiegen würde für U-Haft, in Bayern offensichtlich keines das leicht genug wäre um ihr zu entgehen. Oder geht es darum sich auf Kosten eines Fußballers/ Millionaros/ Bayernspielers/ Dunkelhäutigen zu profilieren?
"Wenn das ungeklärt ist, gibt es keinen Haftgrund."
Ich empfehle Ihnen die Lektüre von "Was ist was: Recht und Gesetz".
Da ist alles wirklich sehr einfach und verständlich erklärt.
Sie können aber auch einfach abwarten, das Thema wird normalerweise
irgendwann in der Mittelstufe durchgenommen.
dww
Paging