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Boomendes Geschäft – Ein Enkel in Geldnöten
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"Rat mal, wer dran ist", sagt die Stimme am Telefon fröhlich scherzend. "Bist du es, Rudi?", fragt die ältere Dame. Der fremde Anrufer muss jetzt nur noch "Ja" sagen, schon hält die Seniorin den Mann am Telefon für einen Verwandten. Und dieser befindet sich angeblich gerade in einer prekären finanziellen Situation: Meist hat er ein besonders günstiges Angebot für eine Wohnung oder ein Auto und braucht schnell Bares, um sich das Schnäppchen zu sichern. "Du kriegst das Geld morgen wieder", verspricht der falsche Enkel. Leider könne er selbst nicht vorbeikommen, ein Freund hole die 10 000 Euro bei ihr ab. 2008 wurden der Polizei 153 Enkeltrick-Versuche bekannt. In 22 Fällen gelang es den Tätern, an Geld zu kommen, insgesamt erbeuteten sie 230000 Euro - ein lukratives Vorgehen. "Die Hinterleute rufen aus dem Ausland an", erklärt Fritz Leuthner vom Kommissariat 65, beim Enkeltrick meist aus Polen. Geldabholerteams werden von Stadt zu Stadt geschickt. "Manchmal fahren sie die Senioren sogar noch zu ihrer Hausbank", sagt Leuthner. Sein Rat: Senioren sollten Unbekannte nie in die Wohnung einlassen und ihnen niemals Geld geben.
Foto: ddp (SZ vom 31.08.2009)
31. August 2009, 12:08 2009-08-31 12:08:00 ©